• vom 14.05.2018, 20:00 Uhr

Natur


Umwelt

In reichen Ländern steigt die Waldfläche




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  • Die Abholzung in biologisch reichen Wäldern geht einer Studie zufolge aber weiter.

Helsinki. Geht es der Wirtschaft gut, wächst auch die Waldfläche. Auf diese grobe Formel lässt sich das Ergebnis einer finnischen Studie bringen. Vilma Sandström von der Universität Helsinki und ihre Kollegen untersuchten die Einflussfaktoren für das Schrumpfen oder Wachsen von Wäldern in verschiedenen Teilen der Welt.

Die Wissenschafter nutzten Daten der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) über die Waldflächen von 1990 bis 2015. Diese geben Informationen über insgesamt 103 Länder, in denen sich drei Viertel aller Waldflächen befinden. Diese Statistiken glich das Team mit Umweltbedingungen und sozioökonomischen Faktoren ab.


Die Entwicklung der Wälder zeigt demnach eine deutliche Übereinstimmung mit dem wirtschaftlichen Stand eines Staates: Von 1990 bis zum Jahr 2015 wuchs der Bestand an Wäldern jährlich um 1,31 Prozent in Ländern mit hohem Einkommen und um 0,5 Prozent in Staaten mit höheren und mittlerem Einkommen. Dagegen ging die Waldfläche um 0,29 Prozent zurück in Ländern mit unteren mittleren Einkommen und sogar um 0,72 Prozent in Staaten mit niedrigem Einkommen. Ebenso deutlich war der Studie zufolge der Zusammenhang mit dem Index der menschlichen Entwicklung, der neben dem Nationaleinkommen auch Faktoren wie Lebenserwartung und Ausbildung einbezieht.

Baumbestand bindet CO2

"Hochentwickelte Länder wenden moderne landwirtschaftliche Methoden auf gutem Ackerland an und verlassen grenzwertiges Land, das für die Ausdehnung des Waldes verfügbar wird", schreiben die Wissenschafter im Fachmagazin "Plos one". Industrieländer investieren demnach in nachhaltige Forst- und Naturschutzprogramme. Sandström räumt allerdings ein, dass reiche Länder zunehmend Nahrung und andere Güter aus ärmeren Ländern gewinnen, was Flächen benötigt. Das müsse noch genauer untersucht werden.

Wälder sind in Zeiten des Klimawandels von besonderer Bedeutung, da sie das Treibhausgas CO2 binden. "Leider geht die Abholzung in biologisch reichen Wäldern weiter", schreiben die Studienautoren mit Blick auf den Schwund in tropischen Regenwälder. "Die neuen, sich ausbreitenden Wälder sind biologisch weniger vielfältig, insbesondere dort, wo sie aus gepflanzten Monokulturen bestehen."

Nach Angaben der FAO verminderte sich die Waldfläche der Erde von 1990 bis zum Jahr 2015 um insgesamt drei Prozent. Es wurden jedoch einerseits sehr viele Urwälder zerstört und andererseits Waldplantagen angepflanzt, die die Abholzung rein flächenmäßig betrachtet wieder etwas wett machten, erklären die Studienautoren.




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Dokument erstellt am 2018-05-14 17:00:46


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