• vom 06.06.2018, 19:00 Uhr

Natur

Update: 06.06.2018, 19:10 Uhr

Meteorologie

Tropische Wirbelstürme wandern langsamer




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    Freeport, Texas, steht nach Hurrikan Harvey (Sept. 2017) unter Wasser. - © APAweb, ap, Charlie Riedel

    Freeport, Texas, steht nach Hurrikan Harvey (Sept. 2017) unter Wasser. © APAweb, ap, Charlie Riedel

    Madison. Fünf Tage lang tobte Hurrikan "Harvey" 2017 über Texas, überflutete Houston und weite Landflächen mit Wassermassen. Diese Ausdauer war einer neuen US-Studie zufolge eher kein Zufall: Tropische Wirbelstürme ziehen demnach langsamer weiter als früher, wüten damit länger über einer Region - und können Regen- und Sturmschäden dort noch verstärken.

    Zwischen 1949 und 2016 habe sich die Zuggeschwindigkeit der mächtigen Stürme weltweit im Durchschnitt um zehn Prozent verringert, schreibt James Kossin von der US-Klima und Ozeanbehörde NOAA im Fachblatt "Nature". Wirbelstürme über dem westlichen Nordpazifik wanderten sogar um 20 Prozent langsamer, über den Wasserflächen um Australien herum um 15 Prozent.


    Erhöhte Niederschlagsmengen
    Über dem Festland verlagerten sich die Zyklone in bestimmten Regionen sogar noch zögerlicher: Um 30 Prozent im Bereich des westlichen Nordpazifiks, und um rund 20 Prozent über der nordamerikanischen Ostküste und Australien. "Diese Trends erhöhen mit großer Wahrscheinlichkeit die örtlichen Niederschlagsmengen und Süßwasser-Überschwemmungen, was mit sehr hohem Sterberisiko einhergeht", erläuterte Kossin. Verantwortlich dafür sei vermutlich die globale Erwärmung. Sie schwäche die gesamte tropische Luftzirkulation ab und damit auch die Luftströme, die Wirbelstürme weitertragen. Zudem steige durch die Erwärmung mehr Wasserdampf auf, der niederregnen kann. Alle Weltmeere mit Ausnahme des nördlichen Indischen Ozeans seien davon betroffen.

    Für die diesjährige Hurrikan-Saison über dem Atlantik, die im Juni beginnt, erwartet die NOAA bis zu vier schwere Wirbelstürme im Karibik-Raum und den USA. Zudem rechnen die Wetterexperten mit fünf bis neun etwas schwächeren Hurrikanen.




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-06-06 16:22:12
    Letzte Änderung am 2018-06-06 19:10:08


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