• vom 07.06.2018, 17:00 Uhr

Natur

Update: 07.06.2018, 17:08 Uhr

Biologie

Delfine kennen sich beim Namen




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  • Trotz starker Bindungen behalten Männchen ihre Pfeiflaute bei.

Delfine unter sich. - © APAweb, afp, Don Emmert

Delfine unter sich. © APAweb, afp, Don Emmert

Zürich. Delfine kommunizieren mit hochfrequenten Pfeiflauten, die sie als eine Art Namen nutzen, um sich auch über große Distanzen unter Wasser identifizieren zu können, wie Forscher der Unis Zürich und Western Australia sowie der University of Massachusetts herausgefunden haben und in "Current Biology" berichten. Männliche Tümmler gehen komplexe Allianzen ein, die von der lebenslangen Freundschaft bis zur losen Interessensgemeinschaft reichen können. Vor allem in der Paarungszeit spannen zwei bis drei Männchen sehr eng zusammen, um sich mit einem Weibchen zu verpaaren. Ähnlich wie wir Menschen können sich die Tiere mit ihren individuellen Namen besser in solch komplexen sozialen Netzwerken, in denen sie leben, zurechtfinden, erklären die Wissenschafter.

Die Forscher studierten in Shark Bay in Westaustralien 17 erwachsene Delfine und nahmen ihre Pfeiflaute auf. Anschließend ermittelten sie das individuelle Stimmlabel jedes Männchens und untersuchten, wie ähnlich sich die Identitätssignale innerhalb einer sehr engen Allianz als auch innerhalb eines anderen Netzwerks der Delfin-Gemeinschaft waren. Es zeigte sich, dass männliche Delfine trotz ihrer starken sozialen Bindungen ihre individuellen Pfeiflaute beibehalten und sich diese nicht im Laufe der Zeit einander anpassen. Das sei ein ungewöhnlicher Befund, denn es komme im Tierreich oft vor, dass Paare oder Gruppen ihre Rufe einander annähern, um ihre Zugehörigkeit zu unterstreichen. Dies ist etwa bei einigen Papageien, Fledermäusen, Elefanten und Primaten der Fall.





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Dokument erstellt am 2018-06-07 15:58:16
Letzte Änderung am 2018-06-07 17:08:24


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