• vom 09.07.2018, 14:57 Uhr

Natur


Thalhammerit

Neues Mineral nach Leobener Forscher benannt




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Von WZ Online, APA

  • Der Leobener Forscher hat das Mineral weder selbst gefunden, noch beschrieben.

Leoben/Krasnojarsk. Weltweit sind rund 5.000 Mineralien bekannt. Ein neu entdecktes heißt "Thalhammerit". Es wurde nach dem Leobener Forscher Oskar Thalhammer (geb. 1956) benannt und erstmals im Norden der Region Krasnojarsk in Russland gefunden. Thalhammer forscht am Lehrstuhl für Rohstoffmineralogie der Montanuniversität Leoben, wie die obersteirische Universität mitteilte.

Mineralien werden normalerweise nach dem Gebiet, in dem sie erstmals gefunden wurden, nach ihrer chemischen Zusammensetzung oder ihren physikalischen Eigenschaften benannt - oder nach einer Person. Diese Ehre wurde bisher aber nur 700 Persönlichkeiten zu teil. Unter ihnen ist seit kurzem auch der außerordentliche Universitätsprofessor für Mineralogie und Petrologie, Oskar Thalhammer.

Der Leobener Forscher hat das Mineral weder selbst gefunden, noch beschrieben. Vielmehr wurde der Name "in Anerkennung seiner Leistungen im Bereich der mineralogischen Aspekte der ultramafischen Gesteine" verliehen. Ultramafisches Gestein besteht zu mehr als 90 Prozent aus mafischen, also magnesium- und eisenhaltigen, Mineralen.

Fund in Russland

"Das Mineral Thalhammerit wurde in der Komsomolsky Mine, Talnakh Deposit, Norilsk in Russland gefunden. Es tritt dort in gangförmigen Vererzungen auf, die ihrerseits in mafisch-ultramafischen magmatischen Gesteinen liegen", erklärte Thalhammer gegenüber der APA. Federica Zaccarini (Montanuniversität Leoben) und Anna Vymazalova (Czech Geological Survey, Prag) haben das neue Mineral - ein Paladium-Silber-Bismuth-Sulfit mit der chemischen Formel Pd9Ag2Bi2S4 - entdeckt, erstmals beschrieben und die Benennung nach Thalhammer vorgeschlagen.

Thalhammer wurde 1956 in Graz geboren und studierte Geologie, Paläontologie, Mineralogie und Petrologie an der Universität Graz, wo er 1982 promovierte. 1993 habilitierte er sich in Mineralogie und Petrologie an der Montanuni Leoben. Seine Hauptforschungsinteressen umfassen neben den ultramafischen Gesteinen vor allem die Lagerstättenkunde von Edelmetallen, Platingruppen-Elementen und massiven Sulfiden, die magnetische Petrologie und die angewandte Mineralogie zu denen er bisher rund 140 Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften vorgelegt hat.





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Dokument erstellt am 2018-07-09 14:58:46


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