• vom 23.07.2018, 17:00 Uhr

Natur


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Fische verlieren ihren Geruchssinn




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  • Wasserbewohner leiden unter sauren Meeren.

Exeter/Wien. (gral) Um Futter zu finden, ihre Reviere abzusichern, Fressfeinde rechtzeitig aufzuspüren, einander zu erkennen und optimale Laichgebiete zu finden, nutzen Fische ihren Geruchssinn. Eine Reduktion dieser Fähigkeit kann ihr Überleben gefährden. Britische Forscher der University of Exeter haben nachgewiesen, dass das im Meerwasser angereicherte CO2 die Geruchswahrnehmung von Fischen schwächt.

Wird das Treibhausgas Kohlendioxid vom Meerwasser aufgenommen, bildet sich Kohlensäure, die im Wasser für ein saures Milieu sorgt. Seit Beginn der Industriellen Revolution ist der Anteil des CO2 um 43 Prozent angestiegen. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte der Anteil auf das Zweieinhalbfache des aktuellen Niveaus ansteigen, warnen die Forscher im Fachblatt "Nature Climate Change". In ihrer Untersuchung haben sich die die Meeresbiologin Cosima Porteus und ihr Team dem Seebarsch gewidmet.


"In säurehaltigem Wasser schwammen die Fische weniger und reagierten auch auf den Geruch von Räubern viel seltener", erklärt Porteus. Sie untersuchte auch, wie viele unterschiedliche Gerüche die Seebarsche wahrnehmen konnten. Sollte die Menge an CO2 bis Ende des Jahrhunderts wie vorhergesagt ansteigen, würden die Tiere mehr als die Hälfte ihres Geruchssinns einbüßen. Beeinträchtigt waren in den Experimenten vor allem Gerüche in Zusammenhang mit der Futtersuche und bedrohlichen Situationen. Obwohl in der Studie nur Seebarsche herangezogen wurden, gehen die Forscher davon aus, dass die Ergebnisse auf viele Meerestiere zutreffen könnten. Denn die Prozesse, die beim Riechen in Nase und Gehirn stattfinden, sind ähnlich.




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Dokument erstellt am 2018-07-23 16:05:06


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