• vom 29.08.2018, 22:28 Uhr

Natur

Update: 31.08.2018, 15:29 Uhr

Astronomie

Am Sternbilderhimmel wird es Herbst




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Von Hermann Mucke

  • Sternenhimmel im September



Sonnenchronik: Die Lichten Tage verkürzen sich über die Tagundnachtgleiche hinaus, vom 1. mit 13 Stunden 24 Minuten bis 23., der Tagundnachtgleiche, auf 12 Stunden 9 Minuten. Die Umlaufbewegung der Erde um die Sonne lässt die Sonne als Wandelgestirn im Tierkreis erscheinen; sie erreicht am 23. um 3.54 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit den Anfang des Tierkreiszwölftels Waage. Damit beginnt der astronomische Herbst. Bis 30. verkürzen sich die Lichten Tage noch ein wenig auf 11 Stunden 44 Minuten. Auch die Dämmerungsdauern sinken. Die Bürgerliche Dämmerung endet nach rund 31 Minuten bei Sonnentiefe von 6 Graden mit dem Erscheinen der ersten Sterne und die Nautische Dämmerung geht bei 12 Graden Sonnentiefe anfangs 1 Stunde 12 und schließlich 1 Stunde 7 nach Sonnenuntergang zu Ende.

Im Freiluftplanetarium Sterngarten Georgenberg ist zur Tagundnachtgleiche von der Himmelsmittenscheibe zu sehen, wie die Sonne in der Kerbe des Querarmes der östlichen Sonnensäule erscheint. Zu Mittag zieht sie über die mittlere Quertafel am Südmast und verschwindet in der Kerbe des Querarmes im Westen: 12 Stunden 9 Minuten braucht sie dazu. Der Überschuss von 9 Minuten kommt daher, weil Ihr Auf- und Untergang vom Erscheinen bis Verschwinden des Sonnenoberrandes im Horizont gerechnet wird.


Der Kerbenabstand von der Säule kommt von der Strahlenbrechung in der Lufthülle, der die schräge Sonnenbahn anhebt. Die helle Mitte des Schattens, den mittags die Lochscheibe am Nordmast auf den Nordweg wirft, quert dessen Mitte auf der Querspange am Fuß des Schrägmastes. Beschriftet mit 22 SEP und dem Waage-Symbol.

Der Unterschied im Datum kommt vom Schaltzyklus unseres Kalenders, der mit dem Schalttag am 29. Februar alle vier Jahre den Überschuss des Sonnenjahres über 365 Tage ausgleicht. Den nächsten Schalttag haben wir 2020; er bringt uns wieder auf den 22. zurück. Genau genommen schalten wir aber mit diesem Tag ein wenig zuviel, denn das Sonnenjahr hat 365,2422 Tage. Damit der Kalender aber mit der Sonne im Takt bleibt, werden zusätzlich im gregorianischen Kalender in 400 Jahren drei Schalttage in jenen Jahrhunderten, deren Zahl nicht durch 400 restlos teilbar sind, ausgelassen. Damit wird mit der Jahrlänge von durchschnittlich 365,2425 Tagen eine ausgezeichnete Annäherung bis auf 0,0003 Tage erzielt: Erst nach rund 3000 Jahren entstünde somit ein Fehler von einem Tag.

Mehr zur Kalenderrechnung - auch für den julianischen, jüdischen, islamischen Kalender - ist in den "Astronomischen Kurzkalendern 2001-2051" zu lesen. Der Band wird vom Astronomischen Büro nach Eingang von 23 Euro (Adresse angeben) zugesandt.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-29 16:41:54
Letzte Änderung am 2018-08-31 15:29:52


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