• vom 18.10.2018, 20:00 Uhr

Natur


Bedrohte Arten

Eine Formel gegen das Aussterben




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  • US-Forscherin zeigt auf, wie Gelder für den Naturschutz gut investiert sind.

Berggorillas stehen auf der Roten Liste.

Berggorillas stehen auf der Roten Liste.© StockAdobe/bandanar Berggorillas stehen auf der Roten Liste.© StockAdobe/bandanar

Tempe/Wien. (gral) Mehr als 26.000 Spezies sind aktuell vom Aussterben bedroht. Diese Zahl prangt auf der Internetseite der Weltnaturschutzunion IUCN in großen Lettern. Viel Geld wird in die Hand genommen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Zahlreiche Schutzkonzepte sind in den Jahrzehnten schon ausgearbeitet worden. Doch oft hakt es nicht an den Möglichkeiten, sondern es reichen die vorhandenen Mittel nicht aus, um eine Rettung auch tatsächlich zu ermöglichen. Die Naturschutzforscherin Leah Gerber von der Arizona State University hat deshalb gemeinsam mit ihrem Kollegen Michael Runge eine eigene Formel kreiert, wie die vorhandenen Gelder möglichst effektiv eingesetzt werden können, um so viele Arten wie möglich erhalten zu können. Über ihre Arbeit berichtet sie im aktuellen Fachblatt "Science".

Mithilfe des sogenannten "Recovery Explorers" können Naturschützer künftig nämlich ihre Berechnungen als Entscheidungsgrundlage für weitere Maßnahmen anstellen. Gerber hat dafür ein
eigenes frei zugängiges Online-
Tool entwickelt - https://shiny.sesync.org/apps/RecoveryExplorer.


So kann damit etwa berechnet werden, wie viel mehr Arten mit einem zum Beispiel zehn Prozent höheren Budget erhalten werden können. Es lässt sich aber auch herausfinden, wie sich Budgetkürzungen auf Arten und auch ganze Regionen auswirken. So kann aber zudem sichtbar gemacht werden, ob sich eine aufwendige Aufteilung von Mitteln auch wirklich lohnt. In dem Programm wird etwa berücksichtigt, wie langfristig eine Spezies überhaupt erhalten werden kann, wie wahrscheinlich die geplante Maßnahme tatsächlich zu einem Erfolg führt und ob eine Art auch von Nutzen ist.

"Bei der Aufteilung von Ressourcen geht es nicht darum, manche Arten zu erhalten und andere sterben zu lassen", betont Garber in der Publikation. Vielmehr gehe es darum, einen Weg zu finden, mit den limitierten Mitteln zur bestmöglichen Erhaltung vieler Spezies zu jedem Zeitpunkt beizutragen.




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Dokument erstellt am 2018-10-18 17:06:47



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