• vom 26.09.2011, 13:35 Uhr

Technologie

Update: 26.09.2011, 13:48 Uhr

Tiangong

China beginnt mit Bau von "Himmelspalast"




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  • China greift nach den Sternen
  • Raumfahrtmodul "Tiangong 1" soll diese Woche ins All starten.
  • Erster Schritt zum Aufbau einer chinesischen Raumstation.

Wien/Peking. In dieser Woche startet China seine Expansion ins All. Mit dem geplanten Start eines Weltraummoduls ist der erste Schritt hin zur Entwicklung einer eigenen chinesischen Raumstation, die nach übereinstimmenden Medienberichten ab 2014 in Angriff genommen und bis 2020 fertiggestellt werden soll, getan. Mit dem Modul "Tiangong 1", übersetzt "Himmelspalast", das laut staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua zwischen 27. und 30. September starten soll, sollen vor allem Andockmanöver geübt werden.


Das 8,5 Tonnen schwere Modul soll mit Hilfe einer Trägerrakete des Typs "Langer Marsch 2F" in den Orbit gebracht werden, das Raumschiff "Shenzhou 8", das "Magische Schiff", soll noch dieses Jahr folgen. Mit diesen beiden unbemannten Elementen soll heuer die Kopplung von Raumschiff und Modul im Vordergrund stehen. Im kommenden Jahr ist dann laut Xinhua geplant, mit "Shenzhou 9 und 10" bemannte Kopplungen mit "Tiangong 1" zu üben. Der "Himmelspalast" soll dann auch zweimal von chinesischen Astronauten, den sogenannten Taikonauten, besucht werden.

Drei Raumfahrtzentren
Raumschiff und Raumlabor befinden sich momentan noch in der Wüste Gobi, am Raumfahrtbahnhof Jiuquan in der Provinz Gansu. Jiuquan ist eines von drei Raumfahrtzentren in China, ein viertes auf der südchinesischen Insel Hainan soll 2013 fertiggestellt werden.

Die 1992 entwickelte Trägerrakete "Langer Marsch 2F" ersetzt das bisher zum Einsatz kommende Modell 2C, welches am 18. August erstmals nach 15 Jahren Einsatz den Dienst versagt hat. Die Rakete verlor die Orientierung und stürzte mit einem Satelliten ab. Wegen dieses Fehlschlags war auch der schon geplante Start von "Tiangong 1" vorübergehend verschoben worden.

Internationale Beobachter machen sich allerdings keine Sorgen, dass das chinesische Raumfahrtprogramm ins Stocken kommen könnte. "Sie (die Chinesen, Anm.) haben das Problem erkannt und werden sich davon erholen", sagte der australische Raumfahrtexperte Morris Jones. Tatsächlich wurde dann auch bereits Mitte September der Kommunikationssatellit "Zhongxing 1A" von einer Rakete des Typs "Langer Marsch 3B" erfolgreich in seine Umlaufbahn gebracht.

Bau einer modularen Raumstation
Laut den bisher bekanntgewordenen Plänen wollen die Chinesen dann ab 2014 mit dem Bau einer modularen Raumstation beginnen. Sie soll aus einem 18 Meter langen Hauptteil mit 4,2 Meter Durchmesser bestehen. Später sollen zwei 14,4 Meter lange Labormodule daran andocken. Sollte China seine Raumstation tatsächlich wie geplant bis 2020 fertigstellen können, wäre es die einzige Nation mit einem bemannten Außenposten im All. Denn die Betriebszeit der internationalen Raumstation ISS soll 2020 enden.

Das Gelingen all dieser Projekte wäre ein Riesenerfolg für die junge Raumfahrer-Nation, die 2003 erstmals einen Taikonauten ins All geschickt hat. 1956 wurde das erste chinesische Raketenforschungsinstitut eröffnet, 1999 die "Shenzhou 1" mit biologischen Proben in den Weltraum geschickt. China holt aber rasch auf: 20 Raumfahrtsmissionen sollen dieses Jahr noch durchgeführt werden, zitiert Nachrichtenagentur Xinhua chinesische Experten, 2010 waren es immerhin 15. Die neue Raumstation ist Teil eines ambitionierten Raumprogramms, in dem auch der Bau eines eigenen Satellitennetzes für ein Navigationssystem und auch Flüge zum Mond vorgesehen sind.




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Dokument erstellt am 2011-09-26 13:37:55
Letzte Änderung am 2011-09-26 13:48:43



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