• vom 22.05.2013, 15:59 Uhr

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Astronomie

Asteroiden-Warnsystem im Ausbau




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Von Hanns-Jochen Kaffsack

  • Gefährliche Himmelskörper sollen möglichst früh entdeckt werden.

Frascati. (dpa) Die Zeit ist der entscheidende Faktor. Ist ein gefährlicher Asteroid auf Kollisionskurs mit dem Planeten Erde, gilt es ihn rasch zu berechnen und danach zu handeln. Fast 10.000 bekannte Asteroiden oder Kometen sind "erdnahe Objekte". Europas Weltraumorganisation ESA baut jetzt ihre Warnsysteme aus, um in Quasi-Echtzeit wichtige Daten über Bewegungen in unserem Sonnensystem liefern zu können: Am ESA-Standort in Frascati südlich von Rom laufen künftig alle Informationen über mögliche Gefahren aus dem Weltall zusammen.


"Es ist das Allerwichtigste überhaupt, die Asteroiden so früh wie möglich zu erkennen, um ihre Bahn bestimmen zu können", erläutert der Projektleiter des Koordinationszentrums für erdnahe Objekte Detlef Koschny. In Frascati erfolge jetzt "ein erster Schritt hin zu einem europäischen System".

Neun von zehn der großen und damit ganz gefährlichen Himmelskörper in einer Bahn nahe der Erde sind den Astronomen schon bekannt. Bei einem Durchmesser von mehr als einem Kilometer würde ihr Aufschlag ungeheuren Schaden auf der Erde anrichten. Von kleineren Objekten bis 200 Meter Durchmesser sind nur wenige Prozent bekannt. Doch schon der Einschlag eines "kleinen" Meteoriten im Meer kann einen verheerenden Tsunami auslösen.

Mehrere Abwehrszenarien
Die "Registrierung" der herumschwirrenden Himmelsbrocken soll nun voranschreiten. Was aber tun, wenn Gefahr aus dem Weltall droht? "Wenn der Asteroid kleiner ist als 100 Meter, dann rennt man weg, dann ist Evakuierung angesagt", sagt Koschny. Bei den größeren "Brummern" sei es wichtig, sie ein paar Jahre eher geortet zu haben, um dann das geeignete Abwehrmodell auszuwählen.

Einen auf die Erde zusteuernden Asteroiden könnte man etwa mit einer Raumsonde durch einen "Auffahrunfall" im Weltall von seinem Kurs ablenken. Möglich wäre auch der Einsatz eines "Gravitationstraktors": Die Sonde begleitet jahrelang einen Himmelskörper und bringt ihn nach und nach mit ihrer Anziehungskraft von seiner bedrohlichen Bahn ab.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir die großen Asteroiden Jahre vorher und damit rechtzeitig erkennen", sagt Detlef Koschny. Als letzte Möglichkeit könnte man den Himmelsbrocken mit einer nuklearen Explosion aus seiner Bahn werfen. Eine Atombombe im All ist natürlich nicht unumstritten - womöglich aber eines Tages die einzige Chance, den Planeten Erde vor weitgehender Zerstörung zu bewahren.




Schlagwörter

Astronomie, ESA, Asteroiden, Weltraum

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Dokument erstellt am 2013-05-22 16:03:07


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