• vom 06.06.2018, 16:17 Uhr

Technologie

Update: 06.06.2018, 16:30 Uhr

Raumfahrt

Ohne Schwerkraft rieselt kein Sand




  • Artikel
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Neue Experimente mit Sanduhr und leuchtenden Zellen auf Raumstation ISS

Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst ist vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zu seinem zweiten Raumflug gestartet.

Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst ist vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zu seinem zweiten Raumflug gestartet.© APAweb, afp, Vyacheslav OSELEDKO Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst ist vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zu seinem zweiten Raumflug gestartet.© APAweb, afp, Vyacheslav OSELEDKO

Baikonur. (dpa/est) Am Mittwoch pünktlich um 13.12 Uhr startet eine Sojus-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur zur Internationalen Raumstation ISS. An Bord sind der deutsche Astronaut Alexander Gerst von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew und die Nasa-Astronautin Serena Aunon-Chancellor. In den kommenden sechs Monaten soll das Team neue Experimente durchführen. Auf dem Programm stehen Gesundheit, Mobilität und der Klimawandel - aber auch Astronomie und das Verhalten von Materialien in der Schwerkraft.

Unter anderem wird das Team ein Sanduhr-Experiment druchführen. Typisch für Sand auf der Erde ist, dass er durch die Finger nach unten rieselt. Doch im All gibt es kein unten. Was also tun Sandkörner, wenn sie nicht rieseln können? Wohin verteilen sie sich? Eine Sanduhr, die schwerelos um die Erde kreist, soll die Antwort liefern. Die Sandkörner im Inneren werden wohl nicht durch die Öffnung nach unten rieseln. Vielmehr rechnen die Forscher damit, dass sie zusammenstoßen. "Wenn zwei Teilchen kollidieren, verlieren sie Energie", sagte Matthias Sperl vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt vorab in einem ORF-Interview. Somit würden sie mittelfristig verklumpen - ganz ähnlich wie sich im Weltall Planeten aus Staub formieren.


Privatisierung möglich
Neben keinen, jedoch durchaus bemerkenswerten Experiment sollen von europäischer Seite noch weitere 64 Experimente durchgeführt werden, etwa zum Verhalten von Zellen ohne Gravitation. Mit einem für Weltraumreisen geeigneten, speziell leichten Fluoreszenzmikroskop sollen sie hochwertige Bilder von mitgebrachten lebenden Zellen in 3D machen. Das Mikroskop bringt die Zellen zum Leuchten, was ihre Struktur und etwaige Veränderungen gut sichtbar macht. Die Astronauten können Gewebeproben beleuchten, die dann in einer anderen Farbe zurückstrahlen. Daraus können sie schließen, wie etwa bestimmte Eiweiße in Zellen auf die Umstände im All reagieren.

Die Raumkapsel soll etwa zwei Tage und 34 Erdumrundungen nach dem Start an der Station andocken. Der deutsche Astronaut Gerst soll Ende August als zweiter Europäer das Kommando der ISS übernehmen.

Im Rahmen der Privatisierungspläne der US-Regierung für die ISS führt die Nasa übrigens Gespräche mit Unternehmen, die den Betrieb der Raumstation übernehmen könnten. Das Weiße Haus hatte angekündigt, bis 2025 die direkte Finanzierung der ISS einzustellen. Die USA investieren 2,6 bis 3,4 Milliarden Euro in die Raumstation, deren Aufbau 100 Milliarden Dollar kostete und die seit dem Jahr 2000 ständig von wechselnden Besatzungen bewohnt wird.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-06 16:22:13
Letzte Änderung am 2018-06-06 16:30:07


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Wien lehnt Wohnungsdeal endgültig ab
  2. Wien prüft Alko-Limit für Kampfhundehalter
  3. Mit Händen, Augen und Lippen
  4. Kasperl und Pezi müssen nicht in Pension
  5. "Muss schlichten statt unterrichten"
Meistkommentiert
  1. Das grüne Gespenst
  2. Ein Buch als Zündstoff für eine Politik-Debatte
  3. "Vassilakous Baustopp ist ein PR-Gag"
  4. "Muss schlichten statt unterrichten"
  5. Wohin die Busse fahren sollen

Werbung




Werbung