• vom 16.07.2018, 21:02 Uhr

Technologie


ETH Lausanne

Forscher steuern Drohnen mit dem Körper




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA, sda

  • "Seinen Oberkörper zu benutzen, gibt einem das Gefühl, wirklich zu fliegen".

Es zeigte sich, dass vier Marker am Oberkörper der Piloten ausreichten, um eine virtuelle oder auch eine echte Drohne durch einen Hindernisparcours zu steuern.

Es zeigte sich, dass vier Marker am Oberkörper der Piloten ausreichten, um eine virtuelle oder auch eine echte Drohne durch einen Hindernisparcours zu steuern.© APAweb/KEYSTONE, Steffen Schmidt Es zeigte sich, dass vier Marker am Oberkörper der Piloten ausreichten, um eine virtuelle oder auch eine echte Drohne durch einen Hindernisparcours zu steuern.© APAweb/KEYSTONE, Steffen Schmidt

Lausanne. Statt mit dem Joystick steuern Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Lausanne Drohnen nun mit ihrem Oberkörper. Dies ist intuitiver und präziser. "Unser Ziel war es, eine Steuerung zu entwickeln, die leicht zu erlernen ist und die von Benutzern weniger Konzentration fordert", erklärte Jenifer Miehlbradt in einer Mitteilung der ETH Lausanne vom Montag.

Die Neuroingenieurin ist Erstautorin des Artikels, der in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Pnas" veröffentlicht wurde. Die Forschungsgruppe entwickelte die Steuerung, indem sie die Körperbewegungen von Personen studierte, die mithilfe einer Virtual-Reality-Brille den Bewegungen einer virtuellen Drohne folgten. Dafür platzierten die Wissenschafter 19 Marker auf dem Oberkörper der Versuchspersonen.

Präzisere Steuerung als mit dem Joystick

Daraus konnten sie Bewegungsmuster ableiten. Es zeigte sich, dass vier Marker am Oberkörper der Piloten ausreichten, um eine virtuelle oder auch eine echte Drohne durch einen Hindernisparcours zu steuern. Die Oberkörper-Steuerung war der herkömmlichen Kontrolle über einen Joystick zudem bezüglich Präzision überlegen. Pilotinnen und Piloten benötigten für die innovative Steuerung nur minimales Training, wie die ETH schreibt.

"Seinen Oberkörper zu benutzen, gibt einem das Gefühl, wirklich zu fliegen", erklärte Miehlbradt. Ein Phänomen von Virtual-Reality, das die Wissenschafter Immersion nennen. Demgegenüber seien Joysticks zwar einfacher im Design, dafür seien sie in der Handhabung viel herausfordernder.

Eine intuitivere Steuerung ist möglich

"Mithilfe von Datenanalyse ist eine ganz intuitive Steuerung entstanden", wird Silvestro Micera, Chef des Translational Neuroengineering Labors der ETH Lausanne, in der Mitteilung zitiert. Dieser Ansatz könnte laut den Forschern auch bei anderen Geräten zum Einsatz kommen.

Eingeschränkt wird der momentane Gebrauch der Oberkörper-Steuerung noch dadurch, dass neben der Steuerungsjacke externe Bewegungssensoren nötig sind, damit das System funktioniert. An der ETH Lausanne wurde darum bereits eine Steuerungsjacke entwickelt, die ohne externe Sensoren funktioniert, wie die Forschenden jüngst im Fachjournal "IEEE Robotics and Automation Letters" berichteten.





1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-16 14:34:20
Letzte Änderung am 2018-07-16 14:37:25


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Jetzt schon vorweihnachtlich
  2. Postfilialen verschwinden
  3. Der Bau des U2/U5-Linienkreuzes verzögert sich
  4. Wiener Stätte des Frohsinns
  5. Engel mit Kamm und Schere
Meistkommentiert
  1. Shoah-Gedenkmauer fix
  2. Nichts zu machen?
  3. Bis zu 1.400 Notschlafplätze für Obdachlose
  4. Jetzt schon vorweihnachtlich
  5. Zu schnell für den Gehsteig

Werbung




Werbung