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Update: 28.11.2018, 17:43 Uhr

Spenden

"Ich gebe, also bin ich"




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Von Petra Tempfer

  • Spenden wird zunehmend ein Teil der virtuellen Identität und über Soziale Medien sichtbar gemacht, sagt Jeannette Gusko von der Online-Fundraisingplattform "GoFundMe".

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Jeannette Gusko ist Senior Regional Manager bei "GoFundMe" für Österreich, Deutschland und die Schweiz. Sie hat sich auf die Möglichkeiten des Internets, zivilgesellschaftliches Engagement zu ermöglichen und zu fördern, spezialisiert.

Jeannette Gusko ist Senior Regional Manager bei "GoFundMe" für Österreich, Deutschland und die Schweiz. Sie hat sich auf die Möglichkeiten des Internets, zivilgesellschaftliches Engagement zu ermöglichen und zu fördern, spezialisiert.© GoFundMe Jeannette Gusko ist Senior Regional Manager bei "GoFundMe" für Österreich, Deutschland und die Schweiz. Sie hat sich auf die Möglichkeiten des Internets, zivilgesellschaftliches Engagement zu ermöglichen und zu fördern, spezialisiert.© GoFundMe

Wien. Wer postet, formt damit ein Bild seiner selbst. Er gießt sich in eine Identität, die ihm im besten Fall Ansehen und vielleicht sogar Bewunderung verleiht. Ein ganz bestimmter Punkt rangiert dabei immer weiter oben: das sichtbare Spenden, das über Facebook, Instagram oder Twitter verbreitet wird, sagt Jeannette Gusko von der weltweiten Online-Fundraisingplattform "GoFundMe" im Interview mit der "Wiener Zeitung". Die Plattform bringt Spendenkampagnen-Initiatoren mit den Spendern zusammen und hilft, die Kampagnen über Soziale Medien weiter zu streuen. Die Anzahl der pro Monat online gestarteten Kampagnen und der Spender steige, sagt Gusko.

"Wiener Zeitung": "GoFundMe" ging im September in Österreich an den Start. Welche war die bisher größte Kampagne?

Jeannette Gusko: Sie wurde für den Filmemacher und Musiker Viorel Mardari aus der Republik Moldau gestartet, um ihm eine Krebsbehandlung in Österreich zu ermöglichen. Die starke Community der Moldauer in Österreich hat dafür 160.000 Euro gesammelt. Ein zweites Beispiel ist der Fall Walfried Janka aus der Steiermark, der eigentlich schon Jahrzehnte zurückreicht. Er war ein Pflegekind und ist als Säugling an eine nachweislich verurteilte Kindesmörderin übergeben worden, ist gefoltert, gequält und missbraucht worden. Bürger und Bürgerinnen haben sich als "Team Janka" organisiert und mehr als 7000 Euro gesammelt, um eine Amtshaftungsklage gegen das Land Steiermark zu finanzieren.

Wie spendenfreudig sind Österreicher im Vergleich zu anderen?

In Österreich sind wir ja erst am Anfang, aber was wir jetzt schon sehen, ist, dass die am häufigsten gegebene Summe an "GoFundMe" 20 Euro ist. Das ist nicht zu viel Geld, das können sich die meisten leisten, ist aber auch nicht so wenig. In Deutschland liegt der häufigste Spendenbetrag bei 10 Euro.

Seit 2009 können in Österreich Spenden von der Steuer abgesetzt werden. Merkt man bezüglich Steuergesetzen einen Unterschied im Spendenverhalten der Länder?

Wir sehen eigentlich keine Unterschiede. Außerdem gelten die Steuermodelle ja ausschließlich für gemeinnützige Organisationen - und wir haben sehr viele Spendenkampagnen für Privatpersonen und Projekte, darunter Notfälle, Frauenrechte, Tiere und vieles mehr. Es gibt aber sehr wohl den Trend, dass Menschen sagen: Ich möchte nichts zu meinem Geburtstag, wenn Ihr mir aber eine Freude machen wollt, dann spendet doch über meine Kampagne an eine gemeinnützige Organisation, zum Beispiel an das Rote Kreuz.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-28 16:43:34
Letzte Änderung am 2018-11-28 17:43:49


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