• vom 05.04.2012, 12:23 Uhr

Digital-Life

Update: 05.04.2012, 12:32 Uhr

Bitcoin

Onlinewährung Bitcoin weckt Interesse der Finanzwelt




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  • Finanzhändler haben ein neues Spielzeug
  • Nur 21 Millionen Bitcoins können in Umlauf gebracht werden.
  • Früher als "Nerd-Erfindung" belächelt, nun wird spekuliert.

London. Finanzhändler haben ein neues Spielzeug: Die digitale Währung Bitcoin ist ins Visier der Bankenbranche geraten. Von vielen lange als System von Nerds belächelt, gilt Bitcoin heute einigen als der letzte Schrei. Längst haben Börsianer ihren Gefallen an der unkonventionellen Zahlungsart gefunden und machen Geschäfte mit Bitcoins. Im Gegensatz zu herkömmlichen Währungen basiert diese virtuelle Bezahlmöglichkeit auf einem Computernetzwerk und unterliegt keiner zentralen Kontrolle. Ein Bitcoin ist auf Handelsbörsen derzeit knapp 4,90 Dollar (3,73 Euro) wert. Umrechnungskurse gibt es auch für andere Währungen. Bitcoins können in 15 offizielle Valuta umgetauscht werden.


"Die Währung wird nicht von Leuten beherrscht, die Haushaltsziele erfüllen müssen. Sie wird von einer mathematischen Formel gelenkt", schwärmt ein Londoner Händler und Bitcoin-Verfechter. Er befürworte, dass Bitcoins nur begrenzt in Umlauf gebracht werden könnten. "Wenn du versuchst, mehr als 21 Mio. Bitcoins zu produzieren, wirst du von kalten lieblosen Computern zurückgewiesen, die in irgendwelchen alten Garagen stehen. Das ist eine bessere Geldform als wir derzeit haben und besser als alles, was bisher entwickelt worden ist." Er glaube an den langfristigen Erfolg der neuen Währung. Deswegen suche er nach Bitcoin-Startups, in die er investieren könne.

Der "Wilde Westen der Finanzwelt"
Datendiensten zufolge verbringen Mitarbeiter von Großbanken wie Morgan Stanley und Goldman Sachs teils viel Zeit bei Bitcoin-Tauschdiensten, mehrmals täglich sollen sie die Entwicklungen prüfen und aktiv werden. Gern wird das Ganze in den Medien als "Wilder Westen der Finanzwelt" dargestellt. Es gibt bereits eine Bitcoin-Börse und es können Dividenden in Bitcoins gezahlt werden. Ein Unternehmen, das mit Bitcoin-Optionen handelt, war jüngst für eine halbe Million Dollar an die entsprechende E-Börse gegangen.

Bitcoin ist 2009 von einem Entwickler mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto auf den Markt gebracht worden. Nakamoto ist bekannt als Kritiker des herkömmlichen Geldsystems. Er sprach sich öffentlich gegen geldpolitische Stützungsmaßnahmen aus und beschuldigte Banken, Kreditblasen aufzublähen. Bitcoins gelten als inflationsresistent. Sie können nicht auf normalem Weg gefälscht werden, allerdings könnte bei einem Hackerangriff das gesamte Gefüge zusammenbrechen. Wer mit Bitcoins eine Rechnung begleichen will, muss zunächst die Währung am Computer generieren und dem Zahlungsvorgang mit einem geheimen Privatschlüssel zustimmen.

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Dokument erstellt am 2012-04-05 12:25:30
Letzte Änderung am 2012-04-05 12:32:13


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