• vom 28.07.2015, 17:12 Uhr

Digital-Life

Update: 01.09.2016, 16:11 Uhr

Live-Escape-Spiele

Keine Panik




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Von Melanie Gerges

  • Nächste Generation der Live-Escape-Spiele - nicht nur eingesperrt, sondern auch mitten in einem Krimi.

Unterstützung bekommendie Spieler vom "Operator".Thomas Peintinger

Unterstützung bekommendie Spieler vom "Operator".Thomas Peintinger

Wien. Plötzlich geht das Licht aus. Die Taschenlampe liegt am Tisch, die einzige Lichtquelle, die noch bleibt, ist das Blaulicht des heran nahenden Polizeiwagens. Viel Zeit ist nicht mehr. Eine Zahl fehlt aber noch, um den Safe in der Wand öffnen zu können. Die Sirenen werden immer lauter, sich zu konzentrieren fällt immer schwerer.

Diese Szene erinnert an die Jugendkrimis "Die drei Fragezeichen" von Robert Arthur. Justus, der clevere Gründer des Detektivbüros, der handwerklich begabte Peter und Bücherwurm Bob waren für viele Wegbegleiter in ihrer Jugend. Mit ihnen löste man spannende Rätsel, lüftete lang gehütete Geheimnisse und kam Verbrechern der fiktiven Küstenstadt Rocky Beach auf die Schliche.

Information

"Live-Escape-Games" transportieren Adventure-Computerspiele ins reale Leben. Es spielen kleine Personengruppen, die in einen Raum eingeschlossen werden und ihn innerhalb einer vorgegebenen Zeit verlassen sollen, indem sie mithilfe einiger Hinweise Rätsel lösen. Wer genau die Live-Escape-Games erfunden hat, ist unklar. Sowohl Budapest, Kalifornien oder Japan werden genannt.

Live-Escape in Wien:
Adventure Rooms, www.adventurerooms.at,
Crime Runners, www.crimerunners.at,
Exithink, www.exithink.com,
Exit the Room, www.exittheroom.com,
Logikeller, www.logikeller.at,
Mission 60, www.mission60.at,
Mystoria, www.mystoria.at,
ParaPark Austria, www.parapark.co.at, Room Escape, www.roomescape.at, Smart Rooms, www.smartrooms.at,
Time Busters, www.time-busters.at
Real Escape.Wien, www.realescape.wien


Auch in Wien gibt es sie - sozusagen die Schüler der drei Fragezeichen: Lukas Rauscher, Stefan Tauchhammer und Steffen Volkmer begannen ihre Karriere als Hobbydetektive in sogenannten Live-Escape-Spielen. Bei diesen Spielen wird eine Gruppe an Spielern in einen Raum eingeschlossen, den sie nur verlassen kann, indem sie mithilfe einiger Hinweise Logikrätsel löst.

Mittlerweile haben die drei Akademiker eine neue Version der inzwischen international bekannten Live-Escape-Spiele entwickelt. Mit ihrem Projekt "Crime Runners" wollen sie nun die nächste Generation an Rätselfreunden ausbilden. Das Spiel "Crime Runners" trennt die Spreu vom Weizen. Profidetektive können sich nämlich nur jene nennen, die innerhalb einer Stunde folgende Aufgabe meistern können: Gegen den vermeintlich korrupten Politiker Simon Dickson läuft ein Misstrauensverfahren. Als er verschwindet, möchte die Oppositionspartei Hinweise zu seinem Aufenthaltsort und Beweise für seine korrupten Machenschaften bekommen. Hier kommen die selbst ernannten Nachwuchsdetektive zum Einsatz. In einer Gruppe von zwei bis sechs Personen sollen sie in Dicksons Haus einbrechen und die benötigten Informationen aus seinem
Büro auftreiben. Sie finden sich in einem stockfinsteren Raum wieder, als einzige Lichtquellen dienen kleine Taschenlampen. Die Mission: den Safe innerhalb einer Stunde finden und die darin aufbewahrten Dokumente sicherstellen.

"Zusammenhängende Story, die eine Atmosphäre schafft"
Hilfe bekommen sie durch den unbekannten Auftraggeber "Operator", der sich in die Datenbanken hackt und so einige Hinweise entdeckt. Seine Stimme ertönt vermeintlich aus dem Nichts, er scheint alles zu sehen und zu hören und ist immer zum richtigen Zeitpunkt hilfreich. Reichen seine Tipps nicht, gibt es noch die Wiener drei Fragezeichen, die das Geschehen über Kameras beobachten und mit einem Walkie-Talkie mit den Spielern kommunizieren.

Als passionierte Escape-Gamer entwickelten die drei Wiener seit vergangenem Dezember das Konzept. An den Live-Escape-Spielen gefiel ihnen besonders die Teamarbeit. "Rätsel in einer Gruppe von Freunden oder Kollegen zu lösen, macht einfach mehr Spaß", erklärt Lukas Rauscher, einer der Gründer, der "Wiener Zeitung". "Uns fehlten bei den klassischen Live-Escape-Games die Atmosphäre und die Geschichte. Wir wollten eine zusammenhängende Story, die eine Atmosphäre schafft." Diverse Licht- und Soundeffekte unterstützen diese Idee. Audio- und Videoclips, die mit den Hinweisen verknüpft sind, befördern das Spiel zusätzlich ins moderne Technikzeitalter.

"Crime Runners" sei wie die meisten Live-Escape-Spiele nicht nur für Hobbyspürnasen, sondern auch für Unternehmen geeignet. "Es ist auch für Teambuildingzwecke gut. Man sieht, wie Leute in Stresssituationen reagieren oder mit Druck umgehen. Man kann Gruppenformationen beobachten und erkennt, wer teamfähig ist, und wer die Kontrolle übernimmt", erzählt Rauscher.

Die Spiele-Reihe "Crime Runners" soll laut den Gründern eine stringente Geschichte sein. Jeder Raum stellt dabei ein eigenes Kapitel der Geschichte dar. Das erste Kapitel "The Dark Secret of the Congressman" (Das dunkle Geheimnis des Kongressabgeordneten, Anm. d. Red.) kann ab 1. August im 9. Bezirk besucht werden, zwei weitere sollen in den nächsten Monaten folgen.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2015-07-28 17:17:04
Letzte Änderung am 2016-09-01 16:11:12


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