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Update: 29.10.2015, 19:29 Uhr

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Ist es schlimm, Dr. App?




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Von Andreas Lorenz-Meyer

  • Das Smartphone wird zusehends auch zum medizinischen Begleiter - doch nicht alle Apps sind seriös.

Apps können helfen, verschiedene Krankheiten zu überwachen - auch des Herzens. - © GIPhotoStock/Corbis

Apps können helfen, verschiedene Krankheiten zu überwachen - auch des Herzens. © GIPhotoStock/Corbis

Wien. Über 350 Millionen Menschen weltweit sind von Diabetes mellitus betroffen. Sie müssen ihre Mahlzeiten gut planen, denn nach dem Essen darf der Blutzuckerspiegel nicht zu sehr ansteigen. Der Anstieg hängt von der Menge an Kohlenhydraten in der Mahlzeit ab. Das Spritzen von Insulin, das Essensinsulin, hält den Blutzuckerspiegel im grünen Bereich. Zwar kann die korrekte Dosis anhand der Menge an Kohlenhydraten in der Mahlzeit berechnet werden. Aber diese Menge genau abzuschätzen ist schwer. An diesem Punkt setzt GoCARB an. Die Smartphone-App erkennt, welche Nahrungsmittel auf dem Teller liegen, ob es sich um Nudeln, Fleisch oder Gemüse handelt. Dann berechnet sie den Kohlenhydratgehalt und gibt die optimale Insulindosis an. Bei Tests an echten Mahlzeiten irrte sich die App durchschnittlich um 6 bis 7 Gramm.

Gegen 100.000 gesundheitsbezogene Apps liegen mittlerweile in den Internet-Stores. Der größere Teil hat mehr mit Lifestyle und Fitness zu tun. Apps, die zu gesünderer Ernährung aufrufen oder dazu ermutigen, sich jeden Tag ausreichend zu bewegen. Immer mehr Software hat aber auch einen konkreten medizinischen Zweck. Blutdruck-Apps zum Beispiel gibt es dutzende. Die Apps selbst messen jedoch nicht den Blutdruck. Die Software übernimmt aber die Protokollierung der Werte, die Bluthochdruckpatienten regelmäßig überprüfen müssen. Bei handschriftlichen Tabellen verliert man schnell den Überblick, nicht so bei einer App wie "BlutdruckDaten". Die Software erfasst den systolischen und diastolischen Druck in Tages- oder Wochenkurven. Eine Eintragung kann auch mit Kommentaren versehen werden. Etwa: "nach dem Spaziergang gemessen". So lässt sich ein Wert besser einordnen. Patienten können die Statistiken ausdrucken und dem behandelnden Arzt vorlegen.


Auch "myCardio", eine App für Patienten mit Herzrhythmusstörungen, dient dem Beobachten und Aufzeichnen. Nutzer tragen den Zeitpunkt und die Dauer der Unregelmäßigkeiten ein. Dabei gibt es drei Kategorien: Herzstolpern, Herzrasen, vereinzelte Extraschläge. Notiert werden auch mögliche Auslöser, zum Beispiel eine stressige Situation. Die statistische Auswertung soll helfen, die Ursache zu finden.

Kann den Arzt nicht ersetzen
Natürlich ersetzen Apps nicht das vertrauliche Gespräch mit dem Arzt. Sie können jedoch die Behandlung verbessern, indem sie Patienten die Selbstkontrolle erleichtern. Vor allem bei chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes, die tägliche Messungen erfordern. Die Patienten erledigen die Routinehandlungen selbst und werden dabei von der App unterstützt. Die medikamentöse Einstellung ist und bleibt beim Arzt.

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Schlagwörter

Medien, Digital, Smartphone, Gesundheit

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2015-10-19 16:32:05
Letzte Änderung am 2015-10-29 19:29:03


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