• vom 08.01.2018, 15:32 Uhr

Digital-Life

Update: 08.01.2018, 15:55 Uhr

Online-Plattformen

EU erhöht Druck gegen illegale Inhalte




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Von WZ Online, APA, AFP

  • EU-Kommission fordert engere Zusammenarbeit mit den Behörden.

Internetplattformen wie Facebook haben sich 2016 verpflichtet, nach stichhaltigen Anträgen Hasskommentare zu entfernen.  - © APAweb/AP, Peres

Internetplattformen wie Facebook haben sich 2016 verpflichtet, nach stichhaltigen Anträgen Hasskommentare zu entfernen.  © APAweb/AP, Peres

Brüssel.- Die EU-Kommission hat den Druck auf Internet-Konzerne erhöht, bei illegalen Inhalten auf Online-Plattformen durchzugreifen. Die EU erwarte, dass die Unternehmen verstärkt und schneller gegen terroristische Propaganda, Hassbotschaften sowie Urheberrechtsverletzungen im Netz vorgingen, teilte die Kommission mit.

Mehrere EU-Kommissare werden am Dienstag in Brüssel mit Vertretern von Internetkonzernen zusammentreffen, um bisherige Fortschritte und geplante Maßnahmen zu bewerten.

Die EU-Justizminister hatten im Oktober 2015 vereinbart, stärker gegen illegale Inhalte im Internet vorzugehen. Die großen Internetplattformen Facebook, Google, Twitter und Microsoft verpflichteten sich darauf im Mai 2016, den Großteil "stichhaltiger Anträge auf Entfernung illegaler Hasskommentare in weniger als 24 Stunden zu prüfen und solche Inhalte zu entfernen".

 Zusammenarbeit mit Behörden

Einer EU-Untersuchung zufolge werden seitdem deutlich mehr gemeldete Einträge auf Online-Plattformen entfernt - aus Sicht Brüssels aber noch nicht genug. "Auch wenn zehntausende illegale Inhalte aus dem Netz genommen wurden, gibt es dort hunderttausende mehr", erklärte die Behörde. Die Firmen müssten noch schneller löschen und enger mit den Behörden zusammenarbeiten.

Die Kommission setzt bisher auf eine freiwillige Zusammenarbeit der Internet-Firmen. "Falls nötig", könne sie aber auch entsprechende Regelungen auf dem Gesetzesweg vorschlagen, erklärte sie. In Deutschland ist seit Anfang des Jahres das Netzwerkdurchsetzungsgesetz in Kraft, das Betreiber sozialer Netzwerke zur Löschung etwa von Falschnachrichten und Hass-Posts verpflichtet.

An dem Gesetz gibt es viel Kritik. So bemängelt der Journalistenverband, die Macht über das Grundrecht der Presse- und Meinungsfreiheit werde de facto an Privatunternehmen abgegeben. Dort entscheide keine fundierte rechtliche Abwägung über die Löschung von Postings.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-08 15:33:28
Letzte Änderung am 2018-01-08 15:55:48


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