• vom 09.02.2018, 18:23 Uhr

Digital-Life

Update: 10.02.2018, 09:43 Uhr

Digitalisierung

"Menschen vor Routine schützen"




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Von Martina Madner

  • Arbeitswissenschaftler Dieter Spath verrät, dass man mittels Digitalisierung Arbeit nicht nur vernichten, sondern auch verbessern kann.



Wien. Im Zuge der Digitalisierung übernehmen Maschinen und Roboter die Arbeit vieler Menschen. Hinter digitalen Assistenten - Stichwort Siri und Alexa - steckt zunehmend selbstlernende Software. "Arbeit" wird so ohne menschliches Zutun erledigt. Arbeitswissenschaftler Dieter Spath, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation, war auf Einladung der Deutschen Handelskammer in Wien. Er erläuterte, dass sich die Arbeitswelt zwar verändert. Sorgenfalten sind aber keine angebracht - sofern man Veränderungen gestaltet.

"Wiener Zeitung":Zwei Szenarien: In der Arbeitswelt 2025 arbeiten einige wenige hochqualifiziert, in gut dotierten Entwicklungs- und Mananagementsjob, zugleich aber viele in, weil zu wenigen, unsicheren Jobs, prekär bezahlt und digital fremdgesteuert. In Szenario zwei gib es mehr besser bezahlte Arbeit als heute in den Bereichen Soziales, Bildung und Gesundheit, unangenehme, eintönige Arbeit erledigen Roboter. Welches ist realistischer?


Dieter Spath: Um die beiden Szenarien einschätzen zu können, müssen wir uns eine wichtige Randbedingung vor Augen führen: Wir laufen auf eine große demografische Lücke zu. Die Babyboomer gehen in Pension. In Deutschland werden wir zum Beispiel zehn Millionen Erwerbstätige zu wenig haben. Wenn wir unsere Sozialsysteme, unseren Wohlstand erhalten wollen, müssen wir also versuchen, das Produktionsvolumen, das wir erzeugen, das Bruttoinlandsprodukt, mit viel weniger Menschen als heute, hoch halten. Es gibt also den Druck, die Produktivität zu steigern: durch Rationalisierung, aber nicht nur das, sondern auch durch begehrte und innovative Produkte und Leistungen, die auf dem Weltmarkt gefragt sind. Beides müssen wir voranbringen: Rationalisierungseffekte durch Digitalisierung sinnvoll schöpfen und Innovation vorantreiben.

Also stört es gar nicht, dass Arbeit wegfällt, da ohnehin weniger Menschen einen Job brauchen?

So einfach ist es nicht: Im Übergang werden nicht nur die Jobs wegfallen, für die wir keine Leute mehr haben. Es wird auch Menschen betreffen, die noch nicht pensionsreif sind. Ein besonders wichtiges Feld ist zum Beispiel die Rationalisierung in der Sachbearbeitung durch Software in den Prozessen, vielleicht sogar durch künstliche Intelligenz. Wir haben heute schon erste Effekte, ein typisches Beispiel: In der Versicherungswirtschaft werden Auto-Schadensfälle meist schon heute vollautomatisiert erledigt.

Was mache ich aber mit Sachbearbeitern, deren Jobs wegfallen?

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-09 18:26:19
Letzte nderung am 2018-02-10 09:43:16



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