• vom 07.05.2018, 09:22 Uhr

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Update: 07.05.2018, 09:26 Uhr

Kenia

Afrikas Start-Ups




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Von WZ Online, APA

  • Im "Silicon Savannah" rund um Nairobi sorgen Hunderte Unternehmen für digitale Innovationen.

Afrika hat die kabelgebundenen Technologien übersprungen, die Mobiltelefonie ist indes stark verbreitet.  - © APAweb / REUTERS, Thomas Mukoya

Afrika hat die kabelgebundenen Technologien übersprungen, die Mobiltelefonie ist indes stark verbreitet.  © APAweb / REUTERS, Thomas Mukoya

Nairobi. Wenn über Afrika gesprochen wird, denken Europäer meist an Stammesfehden, Dürren und Flüchtlinge. Afrika hat aber auch eine boomende Wirtschaft und eine lebendige Start-up-Szene, zumindest in einzelnen Ländern. Rund um Kenias Hauptstadt Nairobi etwa arbeiten rund 500 junge, innovative Unternehmen an Apps und anderen IT-Dienstleistungen. Die Region nennt sich daher "Silicon Savannah".

1,2 Milliarden Menschen leben in Afrika, 60 Prozent davon sind unter 25 Jahre alt. Bis 2050 dürfte sich die Bevölkerung verdoppeln. Schon jetzt hat die Hälfte der Afrikaner ein Mobiltelefon, für viele ist es das erste hoch-technologische Gerät. Was man in Europa übersieht: In Afrika wurden einige Technologien wie etwa die leitungsgebundene Kommunikation übersprungen. Umso rasanter breitet sich die mobile Kommunikation mit allen ihren Möglichkeiten aus.

Europas Ignoranz

In Europa nehme man die innovative Kraft Afrikas kaum wahr, kritieren Hans Stoisser, Geschäftsführer von Ecotec und Karin Krobath, Partnerin der Agentur Identitäter. Im Gegensatz dazu mache sich China in Afrika breit. Das offizielle China gebe Geld ohne Bedingungen und mache "Geschäfte auf Augenhöhe". Dazu kommen 9.000 private chinesische Unternehmen, die in Afrika aktiv sind. Europäer hingegen stempeln die Afrikaner als korrupt, frauenfeindlich und nicht menschenrechtskonform ab und ignorieren sie. Stoisser und Krobath wollen - zum zweiten Mal - österreichische Firmen nach Kenia bringen, um sich vor Ort von der Dynamik und den Möglichkeiten zu überzeugen.

Kenia sei aber nicht der einzige "Innovationshub" in Afrika. Auch in Ruanda, Ghana, Nigeria, Südafrika und Ägypten gebe es eine entsprechende Szene. Laut südafrikanischem Start-up-Portal "Disrupt Africa" geht ein Drittel der Investitionen in die dezentrale Versorgung benachteiligter Regionen mit Energie, ein Fünftel in Finanztechnologie, und ein Siebentel in den digitalen Handel.

Afrikanischer Weltmarktführer

Wie mächtig die Szene ist, zeigt sich an dem 2007 gegründeten und inzwischen "alteingesessenen" M-Pesa, über dessen mobile Dienste 45 Prozent der Wirtschaftsleistung Kenias abgewickelt werden. Wer ein Mobiltelefon besitzt, bekommt dadurch Bankkonto, Kreditkarte und Sparbuch, was vielen Menschen erst die Teilhabe am Wirtschaftsleben ermögliche. In Afrika gab es diese Dienste schon lange vor Europa, M-Pesa sei in diesem Sektor Weltmarktführer.





Schlagwörter

Kenia, Afrika, Digital, Mobiltelefonie, Apps

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-07 09:23:45
Letzte Änderung am 2018-05-07 09:26:07


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