• vom 29.07.2018, 08:00 Uhr

Digital-Life

Update: 29.07.2018, 09:03 Uhr

Smart-Attacken

Das Smart Home wird zum Geisterhaus




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Von Adrian Lobe

  • Immer mehr Frauen werden zum Opfer von Stalking-Attacken im Smart Home.

Stalking 2.0.: Gewalt via Smart Home.

Stalking 2.0.: Gewalt via Smart Home.© Stock/Michael Borgers Stalking 2.0.: Gewalt via Smart Home.© Stock/Michael Borgers

Das Smart Home ist eine bequeme Sache: Man diktiert einfach einen Sprachbefehl in einen Netzwerklautsprecher wie Amazon Echo, schon gehen wie bei einem "Sesam, öffne dich!" die Rollläden hoch. Man muss nur die Stimme heben, schon lässt sich das Zuhause kontrollieren. Alles hört auf das Kommando des Hausherrn.

Problematisch wird es nur, wenn diese Zauberformel in die falschen Hände gerät und unbefugte Dritte sich der Steuergeräte bemächtigen. Die "New York Times" berichtete kürzlich über eine Reihe von Fällen, in denen internetfähige Geräte zum Gegenstand von Stalking-Angriffen auf Frauen wurden. In einem Fall schaltete sich wie von Geisterhand der Föhn ab. In einem anderen Fall klingelte es immer wieder am smarten Türsystem, obwohl niemand vor der Türe stand.


Stalking-Attacken
via Smart Home
Dass das Smart Home zur Zielscheibe von Hackerangriffen werden, ist nicht neu. Sicherheitsforscher haben wiederholt demonstriert, wie man unter Ausnutzung von Sicherheitslücken (zum Beispiel unsichere Passwörter) in das Smart Home eindringen und die Kontrolle über Steuergeräte wie etwa den Thermostat erlangen kann. Dass smarte Geräte gleichsam ein Instrument für Stalking-Attacken sind, ist jedoch ein neues und bislang kaum erforschtes Phänomen.

Die "New York Times" hat im Rahmen ihrer Recherche mit 30 Interview-Partnern gesprochen. Die Betroffenen beklagten ein Gefühl der Ohnmacht und des Kontrollverlusts. Eine Ärztin im Silicon Valley gab zu Protokoll, ihr Ehemann kontrolliere den Thermostat, das Lichtsystem sowie die Musik. Die Opfer sind nicht nur physischer, sondern auch emotionaler und psychischer Gewalt ausgesetzt. Das Problem ist, dass meist technikbeflissene Männer die smarten Geräte installieren. Geht die Beziehungin die Brüche und zieht der Mann aus der Wohnung aus, ist er zwar physisch nicht mehr anwesend, besitzt aber weiterhin den Zugangscode und damit die Zugriffsgewalt auf die Geräte. So kann der rachsüchtige Mann aus der Ferne die Heizung oder Musik aufdrehen und das Leben der Ex-Partnerin zur Hölle machen.

Als wäre es nicht schon gruselig genug, dass Amazons Sprachassistentin Alexa mitten in der Nacht unvermittelt wie eine Horror-Hexe loslachte und Nutzer aufschreckte, drehen nun auch noch maliziöse Männer an den Schaltern - und verwandeln das Smart Home in ein Geisterhaus.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-27 16:29:14
Letzte Änderung am 2018-07-29 09:03:51


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