• vom 23.11.2018, 16:06 Uhr

Digital-News

Update: 23.11.2018, 16:08 Uhr

Arbeitsbedingungen

Samsung entschuldigte sich für Todes- und Krankheitsfälle




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA, dpa

  • Unternehmen stimmte einer Regelung über Schmerzensgeldzahlungen zu

Samsung hatte sich schon einmal im Mai 2014 bei Beschäftigten und ihren Familien entschuldigt, die an Leukämie oder anderen Krebsarten erkrankt waren, aber auch betont, der Konzern erkenne keinen Zusammenhang an. - © APAweb/REUTERS

Samsung hatte sich schon einmal im Mai 2014 bei Beschäftigten und ihren Familien entschuldigt, die an Leukämie oder anderen Krebsarten erkrankt waren, aber auch betont, der Konzern erkenne keinen Zusammenhang an. © APAweb/REUTERS

Seoul. Nach Krebserkrankungen und Todesfällen unter hunderten Arbeitern in seinen Chip- und Display-Fabriken hat sich der Technologieriese Samsung offiziell entschuldigt. Firmenpräsident Kim Ki Nam äußerte am Freitag laut südkoreanischen TV-Sendern sein Bedauern darüber, nicht "genug gegen potenzielle Gesundheitsrisiken in den Produktionslinien für Chips und LCD-Bildschirme" getan zu haben.



"Wir entschuldigen uns aufrichtig bei denen, die unter Krankheiten gelitten haben, sowie bei den Familien." Samsung stimmte einer Regelung über Schmerzensgeldzahlungen zu. Der Schritt des Marktführers bei Speicherchips, Smartphones und TV-Geräten folgte einem jahrelangen Streit mit Vertretern der Opfer-Familien. Beide Seiten hatten in diesem Monat zugestimmt, den Entscheidungen eines Schlichtungskomitees zu folgen und den Streit beizulegen. Samsung erklärte sich unter anderem dazu bereit, in den nächsten zehn Jahren bis zu 116.000 Euro (150 Millionen Won) Schmerzensgeld an ehemalige und jetzige Mitarbeiter zu zahlen, wenn deren Erkrankung auf den Umgang mit Chemikalien am Arbeitsplatz zurückgeführt werden kann.

Rückwirkend bis in die 80er Jahre

Die Regelung gilt für alle, die seit Mai 1984 in den Halbleiter-und LCD-Anlagen gearbeitet haben. Samsung hatte sich schon einmal im Mai 2014 bei Beschäftigten und ihren Familien entschuldigt, die an Leukämie oder anderen Krebsarten erkrankt waren, aber auch betont, der Konzern erkenne keinen Zusammenhang an.

Die Gruppe Unterstützer für die Gesundheit und Rechte der Menschen in der Halbleiterindustrie (SHARPS) hat 320 arbeitsbedingte Krankheitsfälle unter Arbeitern in Samsung-Fabriken dokumentiert (Stand: Juni 2018). Von den Opfern seien 118 gestorben. Die Zahlen wurden von Samsung nicht bestätigt. Der Konzern will zudem einen Fonds im Volumen von knapp 39 Millionen Euro für die industrielle Sicherheit und Gesundheit einrichten.

Der Skandal geht auf das Jahr 2007 zurück, nachdem eine Arbeiterin bei Samsung an den Folgen von Leukämie gestorben war. Ihr Vater Hwang Sang Gi setzte sich seitdem für die betroffenen Arbeiter und deren Familien ein. Er werde die Entschuldigung von Samsung akzeptieren, sagte Hwang am Freitag im Fernsehen. "Schadenersatz ist wichtig, doch wichtiger ist Prävention." Hwangs Gruppe fordert unter anderem von Samsung, offenzulegen, welche Chemikalien beim Produktionsprozess benutzt werden.





Schlagwörter

Arbeitsbedingungen, Samsung

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-23 16:07:51
Letzte Änderung am 2018-11-23 16:08:50


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Porno? Schnick schnack schnuck!
  2. Hat Krypto-Währung noch eine Chance?
  3. Facebook-Bug ermöglichte Zugriff auf Millionen Fotos
  4. Resident Evil 2 angespielt
  5. Die Stadt als Spielwiese
Meistkommentiert
  1. Social Bots mobilisierten gegen Migrationspakt
  2. Wie wir in Zukunft bezahlen können sollen
  3. Italiens Kartellbehörde straft Facebook ab
  4. Handelsverband erhebt Beschwerde gegen Amazon
  5. Gericht verhängt Verkaufsverbot für diverse iPhone-Modelle

Werbung




Werbung