• vom 27.06.2002, 00:00 Uhr

Digital-News

Update: 08.04.2005, 11:22 Uhr

Wiener Webradio Emap.FM ist seit drei Monaten im Internet - Spezialisiert auf Musik der Ethnoszene

Ethnoradio überträgt weltweit




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Von Manfred A. Schmid

  • Ein Vierteljahr ist das Webradio Emap.FM online. Bis zu drei Events aus der Ethnoszene pro Woche sind seither live via Internet mitzuerleben. Donovan, Attwenger, Boban Markovic Orkestar, Hans Theessink und die Wiener Tschuschenkapelle sind nur ein kleiner Auszug aus dem Live-Programm der letzten drei Monate. Und wer für das Jazz Fest in Wiesen keine Karten mehr bekommen hat, oder wer sich beim Donauinselfest nicht gegenseitig auf die Zehen treten will, braucht nur die Internetadresse http://emap.fm in die Kopfleiste seines Browsers zu tippen, um trotzdem dabei zu sein und lebendige Musik in digitaler Qualität zu hören.

Der Computer als Konzertgehäuse - Live


Immer öfter wird es gesichtet. Bei Veranstaltungszentren wie dem WUK, neben Szenetempeln wie dem Metropol, vor ehrwürdigen Hallen wie dem Wiener Konzerthaus, hinter verrauchten Gaststuben im tiefsten Burgenland und sogar in Bratislava. Das Ethnomobil, der kleine grüne Übertragungswagen von Emap.FM ist seit 13 Wochen im Dauereinsatz.

Fast immer leisten die Techniker so Emap.FM-Initiator Enmil H. Lubej, Pionierarbeit. Leistungsfähige, stabile Internetverbindungen sind herzustellen, bestehende Anschlüsse müssen auf Sendetauglichkeit gebracht, Kabel in allen möglichen und unmöglichen Orten und Längen verlegt werden. Dadurch war es möglich, dass vom "Dritten Internationalen Akkordeonfestival" in Wien - mit über 120 teilnehmenden Musikern an 18 verschiedenen Locations - ein gutes Drittel der Konzerte weltweit an jedem Computer mit Internetanschluss mitverfolgt werden konnte. Darunter mit Dobrek Bistro die erste Internetliveübertragung aus der Kunsthalle im Wiener Museumsquartier. Nahezu alle Konzerte wurden mitgeschnitten und sind im Laufe der Zeit auf Emap.FM zu hören. Bereits live gesendet wurden die drei Konzerte des Wiener Saitenmusikfestivals, u,.a mit der Wiener Tschuschenkapelle.

Ein Who is Who der Ethnomusik

Internetliveübertragungen sind eine Sendeform mit der noch die wenigsten Locations vertraut sind. Um so erfreulicher ist laut Lubej das Feedback von Veranstaltern und Künstlern. Praktisch überall funktioniere die Zusammenarbeit perfekt, so konnten im Wiener Konzerthaus die Übertragungsrechte für die gesamte Konzertreihe "Musikanten" gesichert werden. Die Lokalmatadore der traditionellen Musik konkurrieren dort allmonatlich mit Ethnomusikern aus aller Welt

U.a. bereits live zu hören waren Boban Markovic und Band, deren markerschütternde südslawische Blechlawine spätestens seit Emir Kusturicas Film "Underground" legendär ist. Als nächste Gäste geben sich nach der Sommerpause die renommierte Mnozil Brass und das Kocarni Orkestar aus Mazedonien die Ehre. Aus der Wiener Szene wurden die Mühlviertler Crossover-Genies Attwenger ebenso live zu allen internetverkabelten Blechkisten exportiert, wie die Bluespumpn aus dem Planet Music. Und am 10. Mai konnte per Mausklick sogar mit dem im Metropol weilenden Donovan Geburtstag gefeiert werden. Dei Tage zuvor wurde von dort schon Hans Theessinks Gastspiel live frei Computer geliefert. Beim Konzert der Bluesgrößen David Evans und Eric Trauner im Cafe Amadeus betätigte sich Emap.FM nicht nur als Livepromotor, sondern auch als Mitveranstalter. Doch es sind beileibe nicht nur die größeren Gigs, die dem Webradio am Herzen liegen. Durch die kompakte Technik und die sehr kurzfristige Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter, erreicht der Ethnosender mit bescheidenem Budget - wie Emil Lubej stolz berichtet - einen Grad an Flexibilität, von dem so manche größeren Radios oft nur träumen können.

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Dokument erstellt am 2002-06-27 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-08 11:22:00

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