• vom 22.07.2011, 16:31 Uhr

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Update: 22.07.2011, 16:49 Uhr

Internet

Das Netz werkt immer sozialer




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Von Barbara Sorge

  • Kommunikationswissenschafterin über das Für und Wider von sozialen Netzwerk-Seiten
  • Soziale Plattformen im Internet boomen.
  • Image wichtiger Wechsel-Faktor.

Wien. Noch ist Google Plus nicht für alle geöffnet. Dennoch wird schon heiß diskutiert, was eine weitere soziale Netzwerkseite für den derzeit erfolgreichsten Anbieter Facebook bedeutet beziehungsweise welche Bedeutung soziale Netzwerke im Internet haben. Immerhin spielte die Kommunikation über Social Media, wie Facebook, Twitter und Co. zusammenfassend genannt werden, bei Protesten in Ägypten, Griechenland oder Spanien eine wichtige Rolle.


Darin lauert eine gewisse Gefahr, denn es fällt generell leicht, den "Gefällt mir"-Knopf zu drücken, mit einem echten Engagement hat das aber nicht unbedingt etwas zu tun. "Diese losen Beziehungsnetze auf den sozialen Netzwerkseiten haben keinen hohen Verpflichtungscharakter", weiß Gerit Götzenbrucker, Dozentin am Wiener Institut für Kommunikationswissenschaften. Unter anderem erforscht und analysiert sie mit der sozialen Netzwerkanalyse die sozialen Beziehungen und Netzwerke wie StudiVZ oder Facebook.

Reale, physische Freundschaftsnetzwerke sind zwar wesentlich kleiner als jene aus dem Internet. Dafür sind sie enger gewebt und wiegen schwerer, weil man den Leuten gegenübertreten und sich mit ihnen auseinandersetzen muss, erklärt Götzenbrucker im Interview mit der "Wiener Zeitung". Außerdem ist eine gewisse Reziprozität, eine Wechselseitigkeit der Beziehung erforderlich und ein gewisses Vertrauensausmaß, dass man dem Menschen auch etwas erzählen kann, ohne dass es gleich die ganze Welt weiß.

Lose Beziehungen
im Internet als Vorteil

Im Unterschied dazu sind die Beziehungsgeflechte im Internet eher lose. Was den Vorteil hat, dass man sich eine größere persönliche Freiheit herausnehmen kann. Andererseits hat man durch diese sozialen Netzwerkdienste ein viel diverseres, breiteres Netzwerk aus Menschen, die einem persönlich etwas weniger ähnlich sind, von denen man daher Neuigkeiten oder Innovationen erfährt, von denen man sonst nichts wissen würde. Allerdings bekommen Facebook-Nutzer von dieser Plattform automatisch Freunde vorgeschlagen, die zu ihrem persönlichen Profil passen. Damit verliert dieser Vorteil an Bedeutung.

Dass immer mehr Menschen sozialen Netzwerkseiten beitreten, ist auf den Netzwerk-Effekt zurückzuführen.

Beziehungsarbeit auch im Netz anstrengend
"Je mehr Menschen dabei sind, desto mehr wert ist das Ganze." Allerdings hat die Mitgliedschaft in unterschiedlichen Netzwerken auch eine Schattenseite: Man muss die Plattformen auch bedienen. Da müssen Statusmeldungen upgedatet, muss ein Blog geschrieben und dann natürlich auch noch getwittert werden. "Das ist eine Art Konsumarbeit, denn man arbeitet letztendlich auch für die Konzerne, die sich inzwischen dort eingenistet haben", meint Götzenbrucker.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2011-07-22 16:39:15
Letzte Änderung am 2011-07-22 16:49:22


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