• vom 15.08.2011, 17:45 Uhr

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Update: 15.08.2011, 17:59 Uhr

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Google bessert Patent-Portfolio auf und kauft Motorola für Android




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  • 12,5 Milliarden Dollar für den Mobil-Zweig des US-Pioniers Motorola.
  • Android-System ständig vor Gericht.

New York. (wak/ag) Billig ist diese Verteidigungsstrategie nicht. Google kauft für 12,5 Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro) die Motorola-Mobilfunksparte, um sein von Patentklagen belagertes Android-System zu stärken. 40 Dollar pro Aktie in bar lässt sich Google Motorola Mobility kosten - ein Aufpreis von 63 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Android ist das führende Smartphone-Betriebssystem und greift auch im Markt der Tablet-Computer an.

Der Zukauf werde dem Android-Ökosystem einen kräftigen Schub geben, versprach Google-Chef Larry Page. Der Mobilfunk-Pionier Motorola spielt schon seit Jahren keine führende Rolle in der Branche. Aber er verfügt über eines der umfangreichsten Patent-Arsenale. Vor wenigen Wochen hatte Google den Bieterwettstreit um das Patent-Portfolio des gescheiterten Mobilfunk-Ausrüsters Nortel an die Rivalen Apple und Microsoft verloren. Danach kaufte Google rund 1000 Patente von IBM.


Microsoft und Oracle klagen Android
Android ist einer Reihe von Patentklagen von Konkurrenten ausgesetzt. Besonders brenzlig wurde zuletzt die Auseinandersetzung mit dem Software-Riesen Oracle, der bei Android eine Verletzung von Patenten für die Programmiersprache Java sieht und Milliarden als Entschädigung haben will. In einer Woche steht vor der Internationalen Handelskommission der USA (ITC) ebenfalls eine Anhörung zu einer Microsoft-Beschwerde gegen Motorola auf der Tagesordnung.

Die Patente des Handy-Erfinders Motorola könnten Google Verhandlungsmasse liefern, um mit klagewilligen Rivalen zu einer Einigung zu kommen.

Der Zukauf von Motorola werde das Patent-Portfolio von Google stärken, schrieb denn auch Page selbst in einem Blogeintrag. "Das wird es uns ermöglichen, Android besser vor wettbewerbsfeindlichen Bedrohungen von Microsoft, Apple und anderen Unternehmen zu schützen", betonte er.

Der Deal muss noch von den Wettbewerbshütern genehmigt werden und soll Ende 2011 oder Anfang 2012 abgeschlossen werden. Das Geschäft dürfte eine besondere Aufmerksamkeit der Kartellwächter auf sich ziehen, die Google bereits zuvor genauer unter die Lupe genommen hatten. Das Geschäft mit Android gehöre dabei zu den zentralen Ansatzpunkten, berichtete kürzlich das "Wall Street Journal".

Motorola Mobility solle als eigenständiger Konzernteil agieren, betonte Google. Man werde mit allen anderen Android-Partnern weiterarbeiten. Eine Frage ist, ob der Deal das Verhältnis zu anderen großen Android-Herstellern wie HTC oder Samsung strapazieren könnte.

Der Motorola-Konzern aus Schaumburg (Illinois) war vor einiger Zeit aufgespalten worden.

Seit Jänner firmiert die Motorola Mobility als eigenständiger Handy-Hersteller und kehrte mit neuen Smartphone-Erfolgen dank des Google-Betriebssystems Android wieder in die Gewinnzone zurück, nachdem man im "herkömmlichen" Mobilfunk-Markt immer mehr Anteile verloren hatte. Dennoch hatte das Unternehmen weiterhin mit der starken Konkurrenz zu kämpfen. Einen Erfolg verbuchte Motorola bei seinem ersten Tablet "Xoom", das exklusiv als erstes mit Googles neuem Android-Betriebssystem Honeycomb ausgeliefert wurde. Auf der CES in Las Vegas erhielt das "Xoom" die Auszeichnung als "Bestes Gerät" der Messe.




Schlagwörter

Google, Motorola

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Dokument erstellt am 2011-08-15 17:50:02
Letzte Änderung am 2011-08-15 17:59:51


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