• vom 18.01.2012, 10:54 Uhr

Digital-News

Update: 18.01.2012, 12:48 Uhr

Wikipedia

Wikipedia bleibt schwarz




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  • Protest gegen Internet-Gesetz "Stop Online Piracy Act"
  • Viele Webseiten nahmen an Protestaktion gegen US-Entwurf teil.
  • Auch Österreichs Grüne protestierten.

Wien/New York/Berlin. San Francisco. Aus Protest gegen zwei geplante Internet-Gesetze in den USA hat sich die englischsprachige Ausgabe der Online-Enzyklopädie Wikipedia für 24 Stunden abgeschaltet. Besucher des Online-Lexikons fanden ab Mitternacht US-Ostküstenzeit (Mittwoch 6.00 Uhr MEZ) lediglich eine düster gestaltete Internetseite vor. In Österreich protestierten die Grünen gegen das Gesetz.

  Auf der Kampagnen-Webseite von Wikipedia wurden Besucher vor einer Welt ohne freien Zugang zu Wissen gewarnt und aufgefordert, sich gegen die Gesetzentwürfe zur Wehr zu setzen. Diese richten sich gegen Piraterie und Fälschungen. Gegner argumentieren, sie gefährdeten die Meinungsfreiheit und Innovationen im Netz. Trotz vieler Aufforderungen seitens Wikipedia und anderer kleinerer Websites nahmen die großen Spieler in der Branche aus Angst vor Umsatzeinbußen und negativen Kundenreaktionen nicht an der Aktion teil.


"Einzelne nationale Initiativen sind dumm"   
Der Chef des Kurznachrichten-Dienstes Twitter, Dick Costolo, begründete die Absage so: "Die Schließung eines weltweiten Geschäfts in Reaktion auf eine einzelne nationale Initiative ist dumm." Zugleich stellte sich Costolo jedoch in eigenen Tweets hinter die Gegner der beiden Gesetzentwürfe. Ähnlich agierten am Mittwoch Konzerne wie AOL, eBay und Zynga. Google wies auf seiner englischsprachigen Internetseite auf den Boykott hin, ohne jedoch die Suche für Nutzer zu beeinträchtigen. Direkt unter der Suchleiste fand sich die Aufforderung "Teile dem Kongress mit: Bitte zensiert nicht das Netz" wieder.

  Gegenwärtig werden im Repräsentantenhaus das "Stop Online Piracy Act" (SOPA) und im Senat das "Protect Intellectual Property Act" (PIPA) debattiert. Sie haben die Bekämpfung des Missbrauchs urheberrechtlich geschützter Inhalte im Netz zum Ziel. Unterstützern zufolge entgehen den Betroffenen durch Verstöße gegen das Urheberrecht jährlich Milliarden an Einnahmen.

Zugang zu ausländischen Webseiten sperren  
Stein des Anstoßes ist die Möglichkeit, den Zugang zu ausländischen Webseiten zu sperren, die illegal geschützte Werke anbieten. Mit der geplanten Infrastruktur zur Blockade von Websites könne das Netz auch ohne Bezug auf Urheberrechtsverletzungen zensiert werden, fürchten die SOPA-Kritiker. Kritisiert wurden die Gesetzesinitiativen auch von der US-Regierung unter Präsident Barack Obama, der im Repräsentantenhaus aber keine Mehrheit mehr hinter sich hat. Er deutete laut Bericht des Senders BBC ein präsidentielles Veto an.

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Schlagwörter

Wikipedia, SOPA

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2012-01-18 10:56:19
Letzte Änderung am 2012-01-18 12:48:39


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