• vom 06.09.2013, 12:52 Uhr

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Update: 06.09.2013, 12:56 Uhr

IFA

IFA: Die Zukunft des Fernsehens leuchtet organisch hervor




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  • Schlaue Fernseher erobern die Wohnzimmer
  • Samsung und LG präsentieren in Europa erstmals gewölbte Fernseher.

Berlin. Die Geräte sind rar, aber ein echter Blickfang auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Die koreanischen Anbieter Samsung und LG stellen in Europa erstmals gewölbte Fernseher vor. Die gerundete Oberfläche ist dabei nicht die eigentliche Revolution. Sie basieren auf einer völlig neuen Technik, die in einigen Jahren die Zukunft des Fernsehens sein wird. Statt wie in Flachbildschirmen bisher üblich stecken in den Modellen keine Flüssigkristalle, sondern organische Leuchtdioden (OLED). Die Bildschirme verblüffen viele Stammbesucher. Der Bildeindruck ist noch schärfer, lebendiger, die Farben leuchtender. Anders als die Flüssigkristalle leuchten die auf Kohlenstoff basierenden Dioden selbst und sparen so auch noch Energie.


"OLED ist ganz sicher die Zukunft des Fernsehen", sagt Spartenchef Moon Ik Jang von LG Electronics. "Die Frage ist nur wann. Noch sind die Geräte für die Verbraucher sehr teuer", räumt der Manager ein. Sein Haus ruft für ein Gerät mit einer Diagonale von 55 Zoll knapp 9.000 Euro auf, die Konkurrenz von Samsung 8.000 Euro. Ein einziges Gerät hat LG bisher in den Niederlanden verkauft, vier deutsche Händler bestellten Modelle. "OLED kommt sehr langsam", räumt Jang ein.

Alle hoffen auf OLED
Doch die OLED, deren Leuchtkraft auf organischen Verbindungen beruht, ist nicht nur einfach eine technische Weiterentwicklung. Sie ist für die Elektronikriesen notwendig, um neue Wachstumsquellen nach der Zeit der Flüssigkristalle (LCD) anzuzapfen. "Alle LCD-Hersteller haben Probleme, Gewinn zu machen. OLED wird den Markt verändern", sagt Jang. Etwa 1,8 Millionen Geräte würden 2015 verkauft werden, sagt der Marktforscher DisplaySearch voraus. Für Samsung und LG eine lukrative Perspektive. "Wenn wir uns beide das zur Hälfte aufteilen, ist das wunderbar", sagt Jang.

Seine Hoffnung scheint berechtigt. Von den etablierten Konkurrenten aus Japan und Taiwan hat noch keiner einen marktreifen OLED-Fernseher vorgestellt. Viele können sich die Entwicklung und die neuen Produktionsanlagen schlicht nicht leisten oder brauchen dafür langwierige staatliche Unterstützung. "Wir haben sehr viele Milliarden investiert, eine gigantische Summe", sagt Hyunsuk Kim, Chef der Samsung-Fernsehersparte. "Die Entwicklung geht noch weiter. Es stehen noch viele Investitionen an."

Teurer Spaß für die Konsumenten
LG hat allein zehn Milliarden in den Aufbau der Fertigung gesteckt und sieht sich ebenfalls noch nicht am Ende der Ausgaben. "Wenn der Markt wächst, investieren wir weiter", sagt Jang. Noch herrscht auch bei Samsung Vorsicht. "Bevor wir eine andere Bildschirmgröße anbieten, wollen wir erst weiter sehen, wie das Modell mit 55 Zoll ankommt", erklärt Kim, dessen Haus kürzlich den sächsischen OLED-Entwickler Novaled übernommen hat.

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IFA, Fernseher, OLED

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Dokument erstellt am 2013-09-06 12:54:04
Letzte Änderung am 2013-09-06 12:56:55


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