• vom 03.09.2014, 13:27 Uhr

Digital-News

Update: 03.09.2014, 13:53 Uhr

Digitales Archiv

Von Omas Schublade ins Internet




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Von Matthias Winterer

  • Die Topothek ist ein heimatkundliches Archiv verborgener Schätze.

Eine riesige Pappel vor einem Gasthaus. Unter ihr posiert ein junges Mädchen im Erstkommunionskleid - die Kerze in der rechten, einen Luftballon in der linken Hand. Das vergilbte Foto muss um die 50 Jahre alt sein. Jemand hat es eingescannt und in der sogenannten Topothek der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Unter einer Topothek versteht man ein digitales Archiv mit heimatkundlichen Inhalten. Neben dem Heimatmuseum und der Dorfchronik ist sie ein Werkzeug für das schnelle Nachschlagen bei regionalhistorischen Fragestellungen. Das Besondere an dieser Form der Archivierung ist die Möglichkeit der Besucher, selbst ein Stück beizutragen. Oft sind es gerade diese verborgenen Schätze aus dem Privatbesitz, die sich als historisch relevant erweisen. Aus dem Gesichtspunkt der Heimatkunde kann die alte Pappel vor dem Gasthaus genauso interessieren wie der Verlauf einer Dorfstraße hinter dem stolzen Besitzer eines neuen Mercedes.

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Wissen sichtbar machen
Die Topothek hat sich der Aufgabe verschrieben, Quellen zu erschließen und verstecktes Material und Wissen sichtbar zu machen. Sie versteht sich nicht als wissenschaftliches Werk, sondern vielmehr als Suchmaschine auf Gemeindeebene. So können Fotos, Texte, Scans, Videos oder Audiodateien gefunden und abgespielt werden. Die Dateien sind auf einer Landkarte mit Orten verknüpft. Die Postkarte mit dem Kirchturm, der gelbliche Zeitungsartikel, der alte Schuldschein oder das Foto von den betenden Frauen in der winzigen Dorfkapelle wandern von Omas Küchenlade in die Öffentlichkeit des Internets.

Die Topothek startete eigentlich als privates Ordnungswerkzeug. Ihr Erfinder Alexander Schatek wollte sein eigenes Bildmaterial durch Beschlagwortung, Datierung und Verortung sinnvoll verwalten. Die IT-Abteilung seiner Firma setzte diesen Gedanken in der Topothek um. Mittlerweile beteiligen sich 31 Gemeinden aktiv am heimatkundlichen Archivierungsprojekt. Die letzte im Bunde ist seit heute Reichenau im Mühlkreis. Die Gemeinde will so ihre Geschichte aufarbeiten und an die nächste Generation weiter geben.




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Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 2014-09-03 13:31:29
Letzte Änderung am 2014-09-03 13:53:04


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