• vom 03.09.2015, 12:42 Uhr

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Update: 03.09.2015, 15:42 Uhr

IFA

Windows 10 allein dreht schwachen PC-Markt nicht




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Von WZOnline/APA/dpa/Reuters

  • Lenovo-Manager: Für einen Umschwung bedarf es jedoch einer Verbesserung der weltweiten ökonomischen Rahmenbedingungen.

Berlin/Peking/Redmond. Früher haben neue Versionen des Microsoft-Betriebssystems Windows dem PC-Markt oft einen kräftigen Schub gegeben. Jetzt schwächelt das Geschäft - die Branche rechnet nicht mit großen Sprüngen dank Windows 10. Der schwache Markt für Personal Computer kann aber laut Einschätzung von Lenovo-Manager Gianfranco Lanci nicht alleine durch das neue Microsoft-Betriebssystem Windows 10 wiederbelebt werden.

"Windows 10 ist ein großartiges Betriebssystem und gibt auch Impulse, veraltete PC durch neue Geräte zu ersetzen. Und 75 Millionen neue Anwender in einem Monat sind auch ein tolles Ergebnis", sagte der für das Tagesgeschäft zuständige Präsident des weltgrößten PC-Herstellers am Rande der Technikmesse IFA in Berlin. Für einen Umschwung bedürfe es jedoch einer Verbesserung der weltweiten ökonomischen Rahmenbedingungen. "Die Verbraucher müssen wieder mehr Geld ausgeben."


Der PC ist noch nicht tot

Lanci widersprach der These, dass der PC am Ende seines Lebenszyklus' sei und künftig durch Smartphones und Tablet Computer ersetzt werde. "Uns macht keine Sorgen, dass der Markt sich abschwächt, weil der PC von anderen Geräten verdrängt würde." Relevanter sei die weltweite wirtschaftliche Lage: "In vielen Märkten der Schwellen- und Entwicklungsländer, die uns lange Zeit Quartal für Quartal, Jahr für Jahr schöne Zuwachsraten beschert haben, findet derzeit kein Wachstum mehr statt. Oder sie wachsen zumindest nicht mehr in der Geschwindigkeit, die wir gewohnt waren. Ich rede von China, Russland, Brasilien, Lateinamerika."

Im PC-Markt führe diese Entwicklung derzeit zu einem Einbruch von 20 bis 30 Prozent. Auch der Tablet-Markt schrumpfe. "Nur die Stückzahlen bei den Smartphones legen zu. Aber hier wächst vor allem das untere Segment, Geräte für 99 oder 149 Dollar." Die Wirtschaftsentwicklung führe derzeit zur einer signifikanten Konsolidierung unter den Herstellerfirmen: "Einige Player sind bereits aus dem Markt ausgestiegen, anderen steht das noch bevor. Für sie wird es unmöglich sein, in diesen Zeiten finanziell durchzuhalten."

Lanci glaubt, dass sich nur wenige große Hersteller langfristig behaupten können, die breit aufgestellt sind: "Wir gehören zu den wenigen Firmen weltweit, die die gesamte Palette abdecken: von den Wearables über Smartphone und das Tablet bis hin zum PC. Auf der IFA zeigen wir, wie man alles zusammenführen kann."

Lanci betonte, Lenovo werde die von Google übernommene Marke Motorola weiterführen, weil sie für Innovation und erstklassige Produktentwicklung stehe. Lenovo sei für günstige Preise und gutes Marketing bekannt. "Wir werden die Stärken beider Marken kombinieren."

Marktforscher: Windows 10 wird PC-Verkäufe ankurbeln

Das neue Microsoft -Betriebssystem Windows 10 wird die Verkäufe von Tablet-Computern und PCs nach Prognose des Marktforschungsunternehmens GfK spätestens zu Weihnachten wieder ankurbeln. Im nächsten Jahr dürfte der Absatz der Geräte dann prozentual zweistellig wachsen, sagte GfK-Fachmann Rudolf Aunkofer am Donnerstag auf Elektronikmesse IFA in Berlin. "Der Computermarkt ist allen Unkenrufen zum Trotz quicklebendig." Eine hohe Nachfrage sei für Kombi-Geräte zu erwarten, die Notebook und Tablet vereinen. Diese Computer seien dank Windows 10 erstmals komfortabel zu bedienen.

Im ersten Halbjahr schrumpfte der Computer-Markt in Deutschland noch um knapp zehn Prozent. Grund dafür sei gewesen, dass viele Nutzer der Marktstart des neusten Microsoft-Betriebsystems Ende Juli abwarteten, sagte Aunkofer.




Schlagwörter

IFA, Lenovo, Microsoft, Windows 10

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2015-09-03 12:43:32
Letzte Änderung am 2015-09-03 15:42:21


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