• vom 13.11.2017, 15:02 Uhr

Digital-News

Update: 15.11.2017, 14:53 Uhr

Web Summit

Start-Ups, die die Zukunft gestalten




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Von Gregor Kucera

  • Das Enterprise Europe Network hat in Lissabon einige seiner Aushängeschilder präsentiert, auch ein österreichisches Unternehmen war dabei.

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20171109satet© Foto: Gregor Kucera 20171109satet© Foto: Gregor Kucera

Lissabon. Das Goldene Zeitalter der Start-Ups ist in vollem Gange. Kaum ein Land, das keine speziellen Förderprogramme bieten würde, kaum ein (wirtschaftliches) Thema, das so viel Aufmerksamkeit generiert.

Kein Wunder also, dass die größte IT-Konferenz der Welt, der Web Summit in Lissabon, auch gleichzeitig die größte Start-Up-Konferenz darstellt. Unternehmen stellen ihre Ideen vor, suchen Investoren und machen sich einem breiten Publikum bekannt. Längst ist auch nicht mehr das Silicon Valley in Kalifornien der einzige Ort an dem sich kreative Köpfe bewegen und das Geld fließt. Neben China stellt auch die Europäische Union die Weichen für die Förderung und die Unterstützung der Klein- und Mittelbetriebe im Aufbau.



Der EU-Stand auf dem Web Summit 2017.

Der EU-Stand auf dem Web Summit 2017.© Foto: Gregor Kucera Der EU-Stand auf dem Web Summit 2017.© Foto: Gregor Kucera

EEN: Förderung, Unterstützung und Wissenstransfer

In diesem Jahr war beim Web Summit auch das "Enterprise Europe Network (EEN)" vertreten und stellte eine Reihe erfolgreicher Start-Ups aus Europa vor, die Förderung und Unterstützung über das EEN erhielten - erfreulich dabei, auch einem österreichischen Unternehmen wurde die Möglichkeit geboten, sich auf einer großen Bühne zu präsentieren.

Das EEN gilt als weltweit größtes Netzwerk zur Förderung von Klein- und Mittelbetrieben, so genannten SMEs mit internationalen Ambitionen und hat auch in Österreich eine Zweigstelle in Zusammenarbeit mit dem FFG. Unternehmen können für Förderungen ansuchen und bekommen maßgeschneiderte Unterstützung. Nicht nur finanziell, sondern auch durch Coachings, ein großes Netzwerk und Unterstützung, etwa bei Patentanträgen.

Die Start-Ups

Unter den Start-Ups, die in diesem Jahr in Lissabon auftraten, war auch das österreichische Unternehmen "SignTime". Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, das Leben gehörloser Menschen zu verbessern, dies geschieht natürlich am Besten, wenn man die Gebärdensprache auf alle Bereiche des Alltagsleben anwenden könnte. Doch sind menschliche Gebärdendolmetscher nicht nur teuer, sondern leider auch selten und daher ist die Lösung für den Alltag ein 3D-Avatar.

Dieser Ansatz firmiert unter dem Namen "SiMAX" und soll in unterschiedlichen Bereichen den Einsatz von Gebärde forcieren helfen. Aktuell sind die Avatare im Öffentlichen Verkehr oder auch beim Übersetzen von Beipackzetteln bei Medikamenten eingesetzt werden soll.

http://www.signtime.tv/

Das italienische Unternehmen Mosaicoon wurde ebenfalls vom EEN gefördert. Die Idee ist hierbei eine internationale Plattform für Kreative und Unternehmen, die Videoprojekte schnell und kosteneffizient umsetzen wollen. Anstatt monatelanger Arbeiten soll inerhalb von zwei Wochen ein fertiges Videoprojekt erstellt werden können.

www.mosaicoon.com

Eine sehr interessante Anwendung hat das spanische Unternehmen  Tagsonomy unter dem Namen "Dive" entwickelt. Wer ist nicht schon einmal vor dem Fernseher gesessen und hat sich überlegt "wo bitte haben sie diese Aufnahme gemacht?" oder "Was sind denn das für Schuhe, die die Schauspielerin trägt?". Man könnte nun in den diversen Suchmaschinen des WWW nach einer Antwort suchen. Oder aber man nutzt Dive. Die so genannte "Context Discovery Platform" ist eine riesige Datenbank, die immer weiter wachsen soll, und diese Informationen dem Publikum zugänglich machen soll. Wer also immer schon wissen wollte, wo "Game of Thrones" gedreht wurde, könnte darüber die Antwort bekommen.

Die Frage nach dem Geschäftsmodell ist wiederum einfach zu beantworten: Das Publikum sucht nach Content und Werbetreibende können sich zur richtigen Zeit direkt an ihre Kunden in spe wenden.

www.dive.tv

Über Sensoren, Big Data und künstliche Intelligenz - in Verbindung mit einer App löst das spanische Unternehmen Worldsensing nicht nur Parkraumüberwachung und Organisation. Mit Hilfe des EEN erhielt das Unternehmen eine Förderung in Höhe von 1,5 Millionen Euro, um die Dienste weltweit auszurollen.

www.worldsensing.com

Das britische Start-Up Mymanu startete mit Crowdfunding im Bereich Audio und hat nun mit Mymanu Clik drahtlose Kopfhörer, die in Echtzeit Gespräche übersetzen sollen. Hier hat das EEN beim europäischen Patentantrag Hilfe geleistet.

www.mymanu.com

Was macht das Enterprise Europe Network?

Das Enterprise Europe Network wurde 2008 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen und hat in den letzten zwei Jahren mit mehr als 300.000 SMEs in ganz Europa gearbeitet. Vor allem die Vernetzung von 600 Organisationen in mehr als 60 Ländern ist dabei eine wesentliche Säule. Hinzu kommen Förderungen, Coaching-Programme oder auch Hilfe bei Patentanträgen und anderen rechtlichen Fragen. Die Innovations-Services sollen den Start-Ups dabei helfen, ihre Ideen zu einem kommerziellen Erfolg zu machen und in internationalen Märkten zu bestehen.

Diese Unterstützung wird als wesentlich für den europäischen Markt gesehen. Als Förderung der gesamten EU-Wirtschaft und ist zentrale Säule im Plan "Europa 2020". Dabei sollen europaweit Jobs geschaffen und in Europa gehalten werden. Vor allem da rund 40 Prozent der Start-Ups ohne Begleitung in den ersten drei Jahren wieder vom Markt verschwinden.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-11-13 15:16:47
Letzte Änderung am 2017-11-15 14:53:15


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