• vom 11.01.2018, 12:06 Uhr

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Update: 11.01.2018, 12:12 Uhr

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Kryptowährungen stürzen ab




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Von WZ Online, APA, dpa

  • Regulierungsankündigungen aus CHina und Südkorea sowie Überlegungen aus den USA lasten auf Kursen.

Der Höhenflug von Cyberdevisen - allen voran Bitcoin - haben Sorgen vor einer Blase geschürt und rufen immer mehr Politiker und Aufsichtsbehörden auf den Plan. - © APAweb/REUTERS, Dado Ruvic

Der Höhenflug von Cyberdevisen - allen voran Bitcoin - haben Sorgen vor einer Blase geschürt und rufen immer mehr Politiker und Aufsichtsbehörden auf den Plan. © APAweb/REUTERS, Dado Ruvic

Peking. Die Luft für Bitcoin & Co wird dünner: Nach China geht nun auch die Kryptowährungs-Hochburg Südkorea gegen den Handel mit dem digitalem Geld vor. Der Preis pro Bitcoin brach am Donnerstag zeitweise um zwölf Prozent auf 12.800 Dollar ein. "Ein ausgesprochenes Verbot wäre ein harter Schlag für Bitcoin und Co", sagte Timo Emden, Deutschlandchef vom Onlinebroker DailyFX. "Die Botschaft dürfte den Markt noch stärker unter Druck setzen und im Klammergriff halten."

Das Justizministerium in Südkorea will den Börsenhandel mit Kryptowährungen verbieten. Bislang ist der Markt unreguliert. Immer mehr Aufsichtsbehörden und Regierungen warnen daher vor einem Engagement. "Es gibt große Bedenken hinsichtlich der virtuellen Währungen", sagte Justizminister Park Sang Ki. Ein entsprechendes Gesetz zum Handelsverbot sei in Vorbereitung. Betreiber von Krypto-Plattformen in Südkorea berichteten von Ermittlungen und Durchsuchungen durch Polizei und Steuerbehörden. Sie hätten dies mit dem Verdacht der Steuerhinterziehung und anderer krimineller Aktivitäten begründet.

"Für den Krypto-Markt hätte dies negative Konsequenzen, da in Südkorea große Volumen gehandelt werden", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Analyst Mun Chong-hyun vom Broker EST Security erklärte, Handel dürfte in dem Fall zwar schwieriger werden. "Aber viele werden dann in andere Länder wie etwa Japan ausweichen."

Buffett warnt vor Kryptowährungen

Gegenwind für Cyberdevisen könnte auch aus den USA kommen. Insidern zufolge will sich der Senat im kommenden Monat mit den Risiken von Kryptowährungen befassen. So sei für Anfang Februar eine Befragung der Chefs der Börsenaufsicht (SEC) sowie der Derivate-Aufsicht (CFTC) geplant, sagte eine mit den Plänen vertraute Person. Auch die Warnung des Starinvestors Warren Buffett vor Kryptowährungen vom Mittwoch sorgte für Aufsehen. Er könne fast mit Gewissheit sagen, dass es damit ein böses Ende nehmen werde, hatte Buffett erklärt.

China hat dem Kryptowährungshandel bereits 2017 einen Riegel vorgeschoben und ICOs (Initial Coin Offerings) verboten. Das sind Platzierung von Cyberdevisen an speziellen Handelsplätzen. Außerdem erwägt die Volksrepublik laut "Wall Street Journal" die Schließung von Geschäften zur Erzeugung der virtuellen Devisen, um den hohen Stromverbrauch zu drosseln, der für das Herstellen von Bitcoin & Co, dem Mining, notwendig ist. "Chinas Bitcoin-Miner stehen derzeit gehörig unter Druck und könnten damit früher oder später ihre Aktivitäten in der Volksrepublik stilllegen", sagte Analyst Emden.

Der Höhenflug von Cyberdevisen - allen voran Bitcoin - haben Sorgen vor einer Blase geschürt und rufen immer mehr Politiker und Aufsichtsbehörden auf den Plan. Bitcoin kletterte Ende 2017 auf einen Rekordwert von fast 20.000 Dollar, das war ein Plus von fast 2000 Prozent binnen eines Jahres. Andere Cyberdevisen wie Ethereum und Ripple stiegen prozentual noch stärker an.

Strenge Regulierungsbemühungen in den Krypto-Hochburgen China und Südkorea haben die umstrittene Digitalwährung Bitcoin am Donnerstag deutlich belastet. Auch andere Digitalwährungen wie Ether, Ripple und Litecoin gerieten nach den Berichten über ein Schürf-Verbot in China und ein mögliches Handelsverbot in Südkorea unter Druck.

Auf der Handelsplattform Bitstamp kostete ein Bitcoin zuletzt rund 13.800 US-Dollar, nachdem er einige Stunden zuvor noch mit knapp 15.000 Dollar gehandelt wurde. In kürzester Zeit hatte die Kryptowährung um bis zu 11 Prozent nachgegeben, zuletzt waren es minus 4,5 Prozent. Die derzeit zweitwichtigste Kryptowährung Ether verlor in der Spitze 9 Prozent. Ripple und Litecoin sackten um bis zu 19 beziehungsweise bis zu 10 Prozent ab.

Große asiatische Fangemeinde

Kryptowährungen haben in Asien eine große Fangemeinde, weshalb die Kurse auf Nachrichten aus dieser Region besonders sensibel reagieren. So hat Chinas politische Führung laut einem Bericht der US-Zeitung "Wall Street Journal" zuletzt eine Sperre für Bitcoin-Schürfer angeordnet. Diese stellen hohe Rechnerleistungen bereit, um als Entlohnung die begehrte Digital-Währung zu erhalten. Grund für diesen Schritt sei offenbar die Sorge vor einer Beeinträchtigung der Stromversorgung gewesen - das Erzeugen von Bitcoin ist extrem energieintensiv. China gilt als Heimat für große, professionelle Bitcoin-Miner.

Gleichzeitig will nun auch die südkoreanische Regierung stärker gegen Kryptowährungen vorgehen. So werde derzeit ein Gesetzesentwurf vorbereitet, der den Börsenhandel mit Bitcoin und Co. untersagt, teilte der Justizminister Park Sang-Ki mit. Bereits im Dezember hieß es, dass der Handel künftig nur noch auf bestimmten Plätzen möglich sein soll. Daraus entstandene Kapitalerträge sollen zudem besteuert werden, um die Spekulation zu begrenzen.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-11 12:11:51
Letzte Änderung am 2018-01-11 12:12:31


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