• vom 29.01.2018, 12:34 Uhr

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Update: 29.01.2018, 12:37 Uhr

Coincheck

Japans Kryptobörsen wegen Hackerangriff unter Beobachtung




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Von WZ Online, Reuters

  • 530 Millionen Dollar in Digitalwährung Nem gestohlen.

Coincheck-Präsident Koichiro Wada, im Vordergrund, bei der öffentlichen Entschuldigung in Tokio.

Coincheck-Präsident Koichiro Wada, im Vordergrund, bei der öffentlichen Entschuldigung in Tokio.© APAweb, AP, Kyodo News Coincheck-Präsident Koichiro Wada, im Vordergrund, bei der öffentlichen Entschuldigung in Tokio.© APAweb, AP, Kyodo News

Tokio. Nach einem der größten Diebstähle von Cyber-Devisen nimmt Japans Finanzaufsicht die Kryptobörsen des Landes an die kurze Leine: Die von Hackern angegriffene Handelsplattform Coincheck müsse binnen zwei Wochen einen Bericht zu dem Vorfall vorlegen, teilte die Behörde FSA am Montag mit. Zudem müsse die Börse einen Maßnahmenkatalog präsentieren, um einen ähnlichen Raub in Zukunft zu verhindern.

Unabhängig davon werde die FSA bei Bedarf auch andere Krypto-Börsen unter die Lupe nehmen. Am Freitag hatte Coincheck den Handel alle Transaktionen mit virtuellen Währungen außer Bitcoin ausgesetzt, nachdem Hacker Coins der Cyber-Devise Nem im Volumen von 534 Millionen Dollar erbeutet hatten.

Gefahrenquelle Kryptobörse

"Es ist seit langem bekannt, dass Kryptowährungen ein solides System sind, Kryptobörsen dagegen nicht", sagte Analyst Makoto Sakuma vom Research-Haus NLI. "Dieser Vorfall zeigt, dass das Problem keineswegs gelöst ist. Wenn Coincheck beim Krisenmanagement versagt, könnte dies den Kryptowährungsboom dämpfen." Dem Branchendienst CoinMarketCap.com zufolge war der Nem-Kurs nach Bekanntwerden des Raubes am Freitag von 1,02 auf 0,79 Dollar eingebrochen. Am Montag kostete die Cyber-Devise 0,95 Dollar. Der Kurs der ältesten und wichtigsten Digital-Währung Bitcoin reagierte kaum und lag zu Wochenbeginn bei 11.265 Dollar.

Einer der größten DIebstähle der Geschichte

Das bei Coincheck gestohlene Digital-Geld lag in Online-Depots, sogenannten Hot Wallets. Außerdem verzichtet Coincheck bislang auf das sogenannte Multi-Signatur-System, das Hacker-Angriffe erschwert. Coincheck will nach eigenen Angaben den Geschädigten knapp 90 Prozent der gestohlenen Nem-Coins ersetzen. Die FSA betonte allerdings, es sei bislang unklar, ob die Börse über die dafür notwendigen Mittel verfüge.

Die Nem-Stiftung, die sich um die Blockchain-Technologie dieser Digital-Währung kümmert, kann nach eigenen Angaben den Weg aller gestohlenen Coins nachverfolgen. Das gestohlene Cyber-Geld sei bislang weder an eine andere Börse noch eine neue Wallet transferiert worden. Allerdings habe die Stiftung keine Möglichkeit, den Geschädigten die gestohlenen Nem-Coins zurückzugeben.

Der bekannteste Hacker-Angriff auf eine Krypto-Börse ist der Cyber-Einbruch bei Mt.Gox im Jahr 2014, der seinerzeit weltgrößten Handelsplattform für Bitcoin. Etwa 25.000 Kunden verloren rund 650.000 Bitcoin im aktuellen Wert von 7,3 Milliarden Dollar.

Regulierer tun sihc schwer

Die staatliche Regulierung von Digitalwährungen und des Handels mit ihnen steckt noch in den Kinderschuhen. In Japan benötigen Kryptobörsen erst seit knapp einem Jahr eine Lizenz. Die Handelsplattformen, die wie Coincheck schon vorher existierten, dürfen ihre Geschäfte bis zur formellen Genehmigung des Antrags weiterführen. Bislang registrierte die japanische FSA 16 Kryptobörsen, 16 weitere warten auf eine Zusage.

In China und Südkorea, neben Japan Hochburgen des Handels mit digitalen Währungen, haben die Behörden ihre Gangart ebenfalls verschärft. In China gaben daher im Herbst einige Börsen auf. Südkorea denkt über eine Schließung aller Handelsplätze des Landes nach. Die Regulierung von Bitcoin & Co. soll auch Thema beim anstehenden Gipfeltreffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im März werden.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-29 12:35:44
Letzte Änderung am 2018-01-29 12:37:25


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