• vom 24.04.2018, 08:21 Uhr

Digital-News

Update: 24.04.2018, 09:29 Uhr

Facebook

Hunderttausende extremistische Posts gelöscht




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Von WZ Online, APA, Reuters, dpa

  • YouTube entfernte mehr als acht Millionen Videos in drei Monaten.

Neben dem Datenskandal halten auch Hasspostings Facebook in Atem. - © APAweb/AP, Richard Drew

Neben dem Datenskandal halten auch Hasspostings Facebook in Atem. © APAweb/AP, Richard Drew

San Francisco/Redwood. Offenbar auf Druck der Behörden ist Facebook nach eigenen Angaben zuletzt entschiedener gegen extremistische Beiträge vorgegangen. Im ersten Quartal seien insgesamt 1,9 Millionen Einträge in Verbindung mit den Extremisten-Gruppen Islamischer Staat (IS) oder Al Kaida in den meisten Fällen gelöscht oder mit Warnhinweisen versehen worden, teilte Facebook am Montag mit. Das seien doppelt so viele wie in den drei Monaten zuvor.

Die Europäische Union hatte zuletzt gefordert, Facebook und seine Konkurrenten müssten extremistische Inhalte schneller entfernen. Facebook verwendet eine automatisierte Software, um umstrittene Posts ausfindig zu machen.

Definition von "Terrorismus" veröffentlicht

Facebook veröffentlichte zudem erstmals seine Definition des Begriffs "Terrorismus". Zuvor war nicht bekannt, nach welchem Kriterien Einträge als extremistisch eingestuft werden. Facebook erklärte, terroristisch sei "jede Nicht-Regierungsorganisation, die vorsätzliche Gewalthandlungen gegen Personen oder Eigentum betreibe, um eine Zivilbevölkerung, eine Regierung oder internationale Organisation einzuschüchtern, um ein politisches, religiöses oder ideologisches Ziel zu erreichen."

YouTube: Software entdeckt rund 80 Prozent

Software spielt bei YouTube inzwischen die Hauptrolle beim entfernen von Videos von der Plattform. Von den 8,3 Millionen Clips, die im Schlussquartal 2017 gelöscht wurden, entdeckten Maschinen gut 80 Prozent. Rund drei Viertel dieser 6,7 Millionen Videos seien entfernt worden, bevor sie auch nur einmal von Menschen angesehen wurden, betonte die Google-Videoplattform in einem Blogeintrag am Dienstag.

Den Fortschritt dabei illustrierte YouTube mit Videos mit extremistischen Inhalten, die weniger als zehn Mal angesehen wurden, bevor es gelang, sie zu löschen: Anfang 2017 lag der Anteil bei acht Prozent, nun ist es mehr als die Hälfte.

Endgültige Entscheidung bei Mitarbeitern

Die YouTube-Software greift dabei zum einen auf eine Datenbank mit bereits bekannten Videos zurück, die bei Versuchen, sie erneut hochzuladen, gestoppt werden. Zugleich analysiert sie auch zunehmend selbst Videoinhalte, um problematische Clips ausfindig zu machen und zur Prüfung zu markieren. Die endgültige Entscheidung wird dabei größtenteils von den Google-Mitarbeitern getroffen.

Bei den von Menschen gemeldeten Videos ging es in dem Quartal in 30 Prozent der Fälle um sexuell freizügige Inhalte und 27 Prozent der Meldungen verwiesen auf Clips mit Spam oder falschen Angaben. Terror-Propaganda war der Grund für 491.000 Meldungen - zwei Prozent der menschlichen Hinweise. Deutschland ist auf Platz fünf der Länder mit den meisten Meldungen von Nutzern nach Indien, den USA, Brasilien und Russland.

Die Statistik zum Löschen von Videos will YouTube künftig regelmäßig vorlegen. Die Google-Videoplattform und andere Online-Firmen war immer wieder vorgeworfen worden, unter anderem extremistischen Inhalte würden nicht schnell genug entfernt.





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Dokument erstellt am 2018-04-24 08:26:08
Letzte Änderung am 2018-04-24 09:29:33


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