• vom 22.05.2018, 17:47 Uhr

Digital-News


Facebook

Daumen runter?




  • Artikel
  • Lesenswert (7)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Nach dem Datenskandal mehren sich die Stimmen für eine Zerschlagung von Facebook.

Demokratie-Aktivisten in den USA nehmen Facebook ins Visier.

Demokratie-Aktivisten in den USA nehmen Facebook ins Visier.

Washington. (leg/apa) Das soziale Netzwerk Facebook ist für viele unverzichtbar - auch für seine Kritiker: Demokratie-Aktivisten in den USA haben - unter anderem auf Facebook - eine Kampagne für die Zerschlagung des ihrer Ansicht nach übermächtigen Konzern gestartet. Der Internet-Riese habe "zu viel Macht über unser Leben und unsere Demokratie", hieß es in einem am Montag veröffentlichten Aufruf mehrerer Gruppen. Um ihre Anti-Facebook-Kampagne zu bewerben, riefen die Aktivisten eine eigene Internetseite ins Leben.

Dort werben sie für eine Petition an die US-Kartellrechts- und Verbraucherschutzbehörde FTC, wonach das soziale Netzwerk von Firmengründer Mark Zuckerberg seine Dienste Instagram, WhatsApp und Messenger ausgliedern und "strikte Regeln" für den Schutz der Privatsphäre seiner Nutzer erlassen soll. "Facebook entscheidet einseitig über die Nachrichten, die Milliarden Menschen weltweit jeden Tag sehen. Es kauft potenzielle Konkurrenten oder treibt sie in den Konkurs, um sein Monopol zu bewahren, und tötet damit Innovation und Wahlmöglichkeit", schreiben die Aktivisten. "Es verfolgt uns nahezu überall hin, wohin wir im Web und - über unsere Smartphones - in der wirklichen Welt gehen." Hinter der neuen Kampagne stehen die Organisationen Demand Progress, MoveOn und SumOfUs zusammen mit den Gruppen Citizens Against Monopoly, Jewish Voice for Peace und Muslim Grassroots Movement.


Ein Facebook-Sprecher erklärte als Reaktion auf die Kampagne, das Unternehmen befinde sich in einer "Konkurrenz-Umwelt, in der Menschen unsere Apps und zugleich Gratisangebote vieler anderer Anbieter nutzen". Zuckerberg hatte bei seiner Anhörung im US-Kongress im vergangenen Monat gesagt, er habe nicht den Eindruck, dass Facebook ein Monopol habe. Facebook wird von weltweit schätzungsweise etwa zwei Milliarden Menschen genutzt, Messenger und WhatsApp jeweils von mehr als einer Milliarde.

"Eingreifen, wo kein Wettbewerb besteht"
Die US-Aktivisten sind nicht die ersten, die an eine Aufteilung des Internetgiganten denken. Ende März, nach der Aufdeckung des millionenfachen Datenmissbrauchs durch Facebook, forderte der deutsche Grünen-Chef Robert Habeck die Zerschlagung des Konzerns - mit einem durchaus wirtschaftsliberal klingenden Argument: "Da, wo kein Wettbewerb mehr besteht, gilt es einzugreifen." Wenige Digitalkonzerne, so Habeck zur deutschen Tageszeitung "Die Welt", konzentrierten derzeit wie Monopole fast die gesamte Marktmacht bei sich. "Wenn Daten der Rohstoff des 21. Jahrhunderts sind, dann müssen wir unser Kartellrecht entsprechend fortentwickeln", sagte Habeck. Im digitalen Zeitalter müssten Markt- und Datenmacht zusammen gedacht werden.

In der Affäre um Datenmissbrauch bei Facebook stand Zuckerberg am Dienstagabend Vertretern des Europaparlaments Rede und Antwort. Nachdem die Anhörung zunächst nicht öffentlich sein sollte, willigte der Facebook-Chef am Ende doch in eine Live-Übertragung im Internet ein. Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern sollen unter anderem unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump ausgeschlachtet worden sein.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-22 17:54:57


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Oberflächliche Kampagne, guter Shooter
  2. Kampagne gegen Kritiker
  3. Weihnachtsspot mit Elton John rührt viele Internet-Nutzer
  4. Hinterfragen, nicht ballern
  5. Porno Nationale
Meistkommentiert
  1. Regierung will "digitales Vermummungsverbot"
  2. Tod durch Selfies
  3. Kampagne gegen Kritiker
  4. Stillstand bei der Digitalsteuer
  5. Wenn das Taxi ohne Lenker kommt

Werbung




Werbung