• vom 12.06.2018, 08:02 Uhr

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CeBIT

Reset in Hannover




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Von Ronald Schönhuber

  • Die Cebit galt jahrzehntelang als globale Leitmesse der Tech-Branche. Doch dann blieben Besucher und Aussteller fern. Nun soll eine radikale Verjüngungskur junges, digital-affines Publikum anziehen und die Veranstaltung damit retten.

Der Roboter als Gefährte: Die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung stehen im Mittelpunkt der Cebit. - © afp

Der Roboter als Gefährte: Die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung stehen im Mittelpunkt der Cebit. © afp

Hannover. Jahrzehntelang galt die Cebit als Mekka der Tech-Branche. 1995 stellte Bill Gates hier Windows 95 vor, fünf Jahre später feierte Windows 2000 dann seine Deutschlandpremiere auf der damals weltgrößten IT-Messe. Nach Hannover kamen aber nicht nur die ganz Großen. In den besten Zeiten nutzen nicht weniger als 7500 Aussteller die Messe, um technische Innovationen und ihre neuesten Produkte zu zeigen. Vor allem um die Jahrtausendwende konnte es sich kein Unternehmen aus der Branche leisten, die großen Leistungsschau im Norden Deutschlands auszulassen.

Doch von den goldenen Zeiten, als noch bis zu 800.000 Besucher auf das Cebit-Gelände pilgerten, war man in den vergangenen Jahren weit entfernt. So waren 2017 nur noch knapp 200.000 Menschen bereit, knapp 60 Euro für das mehrere Tage gültige Eintrittsticket zu bezahlen. Fern blieben aber nicht nur die Besucher. Die Mobilfunkbranche machte zuletzt statt in Hannover lieber in Barcelona Station, wo seit 2006 immer im Februar der Mobile World Congress stattfindet. Und die neueste Unterhaltungselektronik wird vor allem auf der immer wichtiger werdenden Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas präsentiert.

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Bereits im vergangenen Jahr haben die Cebit-Veranstalter daher den Resetknopf gedrückt und damit begonnen, das gesamte Konzept der Veranstaltung vollkommen umzukrempeln. So soll die Cebit, die heuer erstmals nicht im Frühjahr stattfindet, sondern erst am gestrigen Montag eröffnet wurde, keine Messe im klassischen Sinn mehr sein, sondern ein Festival-Spektakel mit allem, was dazugehört. Entsprechend gibt es diesmal auch nicht nur Produktpräsentationen, Konferenzen und Podiumsdiskussionen, sondern auch ein 60 Meter hohes Riesenrad, eine stehende Welle für Surfer und Konzerte von Mando Diao und Jan Delay. Und wer will, kann auf dem ganz im Campus-Stil gehaltenen Messegelände sogar campieren.

Mit dem neuen Konzept sollen vor allem wieder junge Menschen, und da ganz besonders solche aus der Start-up-Szene, angesprochen werden. Denn diese hatten sich in den vergangenen Jahren, als es mehr um Geschäftsabschlüsse denn um Inspiration und die Technik-Begeisterung der Gründerjahre ging, häufig ausgeschlossen gefühlt. "Diese Zielgruppe erwartet andere Formate als eine traditionelle Messe", sagte Oliver Frese, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe bei der Eröffnung am Montag. Die neue Cebit solle daher "gelebte digitale Transformation" sein.

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CeBIT, Hannover, IT

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-11 17:55:21
Letzte Änderung am 2018-06-11 17:59:51


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