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Update: 17.08.2018, 09:08 Uhr

Technologie

Digitale Monokulturen




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Von Alexander Dworzak

  • Apples Börsenwert von einer Billion Dollar macht die gefährliche Dominanz einer Handvoll Unternehmen deutlich.

Noch mehr Plus erwarten die Analysten von Apple-Boss Tim Cook.

Noch mehr Plus erwarten die Analysten von Apple-Boss Tim Cook.© afp/Edelson Noch mehr Plus erwarten die Analysten von Apple-Boss Tim Cook.© afp/Edelson

San Francisco/Wien. Apple, das sei doch ein Investmentfonds mit angeschlossener Innovationsmaschine, witzelte Martin Wolf, Doyen der "Financial Times". Tatsächlich hat das Unternehmen mehr als eine Viertelmilliarde Dollar in Anleihen gesteckt. Alleine im zweiten Quartal dieses Jahres stieg der Gewinn um 32 Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar (9,9 Milliarden Euro). Erfolgsgarant war und ist das iPhone: Trotz des Preises von 1000 Dollar greifen die Kunden beherzt zu.

Nun ist Apple wieder in aller Munde, erreichte doch der Aktienkurs am Donnerstagabend die Marke von 207 Dollar. Damit war Apple mehr als eine Billion Dollar (891 Milliarden Euro) wert - so viel wie noch nie ein US-Unternehmen zuvor.

Information

Tipp für das EFA 18
Die digitale Transformation und ihre Bedeutung für Recht, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft war ein Thema der Seminarwoche des Europäischen Forums Alpbach 2018. Am 24. August 2018 findet ebendort eine weitere Diskussionsveranstaltung zu dem Thema statt: "Gesellschaftliche Konsequenzen digitaler Monokulturen". Am Podium unter anderem Christa Schlager, Ökonomin der Arbeiterkammer Wien, Johannes Gungl von der österreichischen Rundfunk- und Telekom-Regulierungs- GmbH (RTR) und Semjon Rens von Facebook.


Apple steht an der Spitze der sogenannten Gafa-Ökonomie. Das Akronym setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von Google (gemeint ist der Mutterkonzern Alphabet), Apple, Facebook und Amazon zusammen. Deren kumulierter Börsenwert liegt nur mehr knapp hinter dem Bruttoinlandsprodukt Deutschlands - rund 3200 Milliarden Euro. Auf der einen Seite steht Europas größte Volkswirtschaft mit rund 81 Millionen Einwohnern. Auf Gafa kommen vergleichsweise lächerliche 420.000 Angestellte.

Daten sichern Vormacht
80 Prozent der weltweiten Suchanfragen im Web wickelt Google ab, drei Viertel aller mobilen Chats laufen über Facebook beziehungsweise seine Töchter und 55 Prozent der Produktsuchen werden über Amazon abgewickelt. Die vier Unternehmen verdienen ihre Milliardengewinne über Plattformen, auf denen sie die Regeln vorgeben. Essenziell für die Plattformökonomie: Sie schlägt eine Brücke zwischen Anbietern und Konsumenten. Google und Facebook, indem sie mehr als 60 Prozent der Online-Werbung auf beide Dienste vereinen. Amazon ist führender Anbieter bei E-Commerce, zusätzlich kommt die dominante Stellung im Cloud-Computing. Und Google sowie Apple punkten dank der von ihnen vertriebenen Musik und der Apps - wobei sie Softwareentwicklern bis zu 30 Prozent der Einnahmen abknöpfen. Konkurrenten haben unter diesen Bedingungen kaum eine Chance. Und werden sie gefährlich, kauft man sie einfach auf und sichert so seine Vormachtstellung.

Die digitalen Monokulturen werden durch drei Effekte verstärkt. Dank des Netzwerkeffektes steigert jedes weitere Mitglied eines Netzwerkes den Nutzen von diesem für alle Beteiligten. Denn wenn etwa alle meine Freunde und Bekannten auf Facebook sind, lege ich mir auch dort einen Account zu. Dazu kommt der Skaleneffekt: Hohe Aufwendungen entstehen etwa für die Entwicklung einer Software, die Vervielfältigung und der Vertrieb verursachen aber nur marginale Kosten. Und vor allem sammeln die Tech-Giganten enorme Datenmengen ihrer Nutzer an - das Gold des 21. Jahrhunderts.

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Dokument erstellt am 2018-08-03 17:56:23
Letzte Änderung am 2018-08-17 09:08:13


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