• vom 04.10.2018, 17:44 Uhr

Spielplatz


Streit

"Witcher"-Autor will 14 Millionen Euro von Studio




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    Wien/Warschau. (dab) Andrzej Sapkowski ist unzufrieden. Er will mehr Geld haben. Und zwar nicht wenig. 60 Millionen polnische Zloty - das sind umgerechnet rund 14 Millionen Euro - fordert der Autor der "The Witcher"-Bücher vom Computerspielunternehmen CD Projekt Red, berichtete die Website "Gamestar". CD Projekt Red reagierte prompt und bezeichnete die Millionenforderungen als haltlos.

    Der Hintergrund: Sapkowski hat dem polnischen Unternehmen seine Rechte an "The Witcher" übertragen, damit das Studio daraus Computerspiele machen kann. "Sie boten mir einen Prozentsatz ihrer Gewinne an. Ich sagte: ,Nein, es wird keinen Profit geben. Gebt mir jetzt mein ganzes Geld! Den ganzen Betrag‘", erklärte der Autor in einem Interview. 8000 Euro wanderten daraufhin auf sein Konto.


    "Ich habe nicht an
    ihren Erfolg geglaubt"

    Es war ein mieses Geschäft. Sapkowski irrte. Die drei "The Witcher"-Videospiele waren nicht nur profitabel, sondern der Renner schlechthin. Bis Ende des Finanzjahres 2017 verkaufte CD Projekt Red insgesamt 33 Millionen Exemplare des Spiels. "Es war dumm. Ich war dumm genug, alles in ihrer Hand zu lassen, da ich nicht an ihren Erfolg geglaubt habe. Aber wer hätte diesen Erfolg schon vorhersehen können. Ich nicht", räumte Sapkowski ein.

    Der Schriftsteller meint nun, dass der Lizenzvertrag dem Studio nur erlaubt habe, ein Spiel zu produzieren. "The Witcher 2" und "The Witcher 3" seien daher ohne Lizenz und rechtswidrig entstanden. Zudem beruft er sich auf das polnische Urheberrecht. Nach diesem stehe dem Urheber eine zusätzliche Vergütung zu, wenn eine grobe Diskrepanz zwischen der ursprünglichen Bezahlung und den Vorteilen des Lizenzkäufers bestehe, so Sapkowskis Rechtsmeinung.

    Unternehmen zeigt
    sich gesprächsbereit

    CD Projekt Red sieht das anders. Der Vertrag sei rechtmäßig und alle Forderungen des Autors beglichen worden. In einer Stellungnahme zeigte sich das Studio allerdings gesprächsbereit.

    "Es ist der Wille des Unternehmens, gute Beziehungen zu den Autoren der Werke zu pflegen, die CD Projekt Reds Kreationen inspiriert haben. Daher wird der Verwaltungsrat alles daransetzen, eine einvernehmliche Lösung des Streits zu gewährleisten", hieß es seitens des Unternehmens.




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    Dokument erstellt am 2018-10-04 17:54:29


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