WZ-Reflexionen

Straßenszene vom Mai 1968, Paris. - © Rey Jean Pierre/Gamma

Wiener Journal Mai 1968 Paris

Barrikaden in Paris1

  • Der Mai 1968 gilt als wichtige historische Markierung für das zwanzigste Jahrhundert. Doch was ist damals eigentlich geschehen? Ein Besuch bei dem Philosophen und Historiker Friedrich Stadler, der sich an der Wiener Universität wissen- schaftlich mit den Ereignissen vor 50 Jahren befasst hat.

Klirrend zerbricht ein Schaufenster. Man schreibt den 17. März 1968. In Nanterre, einem Vorort von Paris, demonstrieren Studenten gegen den Krieg in Vietnam. Die Polizei ist ausgerückt, es gibt Handgreiflichkeiten, irgendjemand wirft einen Stein gegen die Filiale von American Express... weiter




Selbstbestimmt soll der Konsument sein, nicht Marketing-Opfer. - © fotolia.com/worawut

Konsumentenschutz

Konditionierung statt Aufklärung1

  • Jahrelang führend im Konsumentenschutz, bewegt sich Österreich heute im EU-Gleichschritt.

In Europa hat sich das Politikfeld Konsumentenschutz (bzw. Verbraucherpolitik) spät, nämlich erst ab den 1960er Jahren entwickelt - also vierzig Jahre nach den USA. Klar, das hat mit der wirtschaftlichen Entwicklung zu tun und mit den zwei Weltkriegen... weiter




Die Linke hat noch immer das tradierte Bild des Arbeiters am Fabrikband im Kopf, wie hier bei Ford in Detroit (1934). - © ullstein bild

Arbeit 4.0

Vom Proletariat zum Kognitariat16

  • Das Siechtum der sozialdemokratischen Parteien in Europa liegt auch darin begründet, dass sie keine valide Definition von Arbeit im digitalen Kapitalismus entwickelt haben.

Die sozialdemokratischen Parteien Europas liegen am Boden. In Frankreich, wo die Linke schon seit Jahren zersplittert ist, kam der Kandidat des Parti Socialiste, Benoît Hamon, bei der Präsidentschaftswahl 2017 auf kümmerliche 6,4 Prozent der Stimmen. Bei den italienischen Parlamentswahlen erzielte... weiter




Soziologe Harald Welzer: "Was mir keinen Spaß macht, wäre, meine eigene Bauchrednerpuppe zu sein . . ." - © Luizia Puiu

Interview

"Wir dienen den Maschinen"44

  • Der Soziologe Harald Welzer über die Zumutungen digitalisierter Arbeits- und Lebenswelten und neue Abhängigkeiten.

"Wiener Zeitung": Stimmt es, dass Sie kein Smartphone haben? Harald Welzer: Natürlich. Meine Zeit ist mir zu schade, um mich mit Dingen zu befassen, die für mein Leben völlig uninteressant sind. Ich habe auch keine Social- Media-Accounts und bin stolz darauf... weiter




"Österreich würde viel verlieren, wenn die Sozialpartner zum Auslaufmodell degradiert werden." - © Illustration: levshina - stock.adobe.com (nachbearbeitet)

Sozialpartnerschaft

Österreichischer Handschlag7

  • Über die glorreiche Vergangenheit und die ungewisse Zukunft der Sozialpartnerschaft.

Von Österreich weiß die Welt außerhalb der EU - von einigen gängigen Klischees abgesehen - verhältnismäßig wenig. Unter jenen Ausländern aber, die sich etwas eingehender mit politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in unserem Land beschäftigen, wird es wohl kaum welche geben... weiter




Mütterliches Schraubenset: Sechskantmutter, Vierkantmutter, Hutmutter, selbstsichernde Mutter, Flügelmutter (von oben). - © cc/wikipedia

Sprachbilder

Erdbeermal und Göttergabe3

  • Die archetypische Symbolik der Mutter findet in allen Kulturen auch ihren sprachlichen Niederschlag. Streifzug durch eine opulente Metaphorik.

Sie schillern in allen Farben, sie sind mächtig und zum Teil sehr alt: die Rede ist von den bildlichen Vorstellungskreisen, die sich mit der Mutter verbinden. Als Archetyp ist nach C. G. Jung ja bereits die Urmutter im kollektiven Unbewussten angelegt... weiter




"Jeder Mensch verdient eine sanfte Geburt ohne Traumata", sagt Robin Lim (r.). - © Zinggl

Geburt

Die Übermutter13

  • Robin Lim ist Hebamme aus Überzeugung. Seit Jahren hilft sie Müttern und Säuglingen in Indonesien.

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Andrea Bücher: "Ich taste gerne Ränder ab, weil diese etwas über das Zentrum aussagen. Grenzen sind Orte der Begegnung – und solche sind für mein Denken und Handeln zentral." - © Stanislav Jenis

Interview

"Im Moment dominieren die Reflexe"11

  • Die Juristin und Präsidentin der Schweizer Ethikkommission Andrea Büchler über Leihmutterschaft, pränatale Diagnostik - und warum der Fötus immer häufiger als eigene Rechtspersönlichkeit gesehen wird.

"Wiener Zeitung": Sie haben jüngst ein Buch über reproduktive Autonomie geschrieben. Was meinen Sie damit? Andrea Büchler: Reproduktive Autonomie bedeutet in Wesentlichen, dass die Frau in Fragen der Reproduktion, der Schwangerschaft und der Geburt selbstbestimmte Entscheide treffen kann und muss... weiter




Opferschutz, Gewaltprävention: Frauenhäuser erfüllen eine wichtige Aufgabe. - © Verein Wiener Frauenhäuser

Ausstellung

Der lange Kampf für Frauenrechte3

  • Das Wiener Volkskundemuseum widmet sich zurzeit den Wiener Frauenhäusern. Ein guter Anlass zum Rückblick auf historische und juristische Initiativen.

Seit Ende April bietet das Volkskundemuseum im Palais Schönborn in (1080) Wien eine Ausstellung mit dem Titel "Am Anfang war ich sehr verliebt . . ." an. Hier geht es nicht um Romanzen, sondern um die dunkle Seite maskuliner Gewalt, die zur Einrichtung von Zufluchtsstätten für misshandelte Frauen... weiter




Flower-Power? - © Illustration: Jugoslav Vlahovic

Das Jahr 1968

Lob der Einbildungskraft2

  • Das Jahr 1968 kam mir rascher abhanden, als es nötig gewesen wäre - ein persönlicher Rückblick auf Tage des bemühten Individualismus inmitten kollektiven und politischen Geschehens.

"Das Gedächtnis, ein Sieb", schrieb der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger mit Blick auf sein "Tagebuch aus dem Jahre 1968". Wohl wahr. Wobei sich hinzufügen lässt, dass dieses Sieb auch für andere Jahre gilt, über die wir uns rückblickend beugen: Viel bleibt da hängen... weiter




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