Geschichten

Porträt

Bollwerk gegen die Tristesse4

  • Selemet ist ein Dorf in Moldau: verlassen, verfallen, vergessen. Dass nicht alle Hoffnung schwindet, dafür sorgt eine resolute Frau - die Bürgermeisterin.

Schon früh am Morgen füllt sich Selemet mit dem blumig-süßen Duft der Akazien. Darunter mischt sich das Parfüm einer Frau, die in schwarzem Kostüm und auf Hackenschuhen über die holprige Dorfstraße stöckelt. Weinroter Pagenkopf, weinrote Lippen, weinrote Fingernägel, die gepflegte Arbeiterhände zieren, Oberarme wie die aller Frauen hier... weiter




Michelangelos Moses, um 1513 (Kirche San Piedro in Vincoli, Rom). - © Jörg Bittner Unna / Wiki CC

Postplatonischer Dialog

Taxi nach Qumran

  • Sigmund Freud unterhält sich mit Mose über Gott und die Welt - und über die Psychoanalyse. Ein postplatonischer Dialog.

Terrasse des King David Hotels in Jerusalem. An einem der Tische Sigmund Freud im Anzug mit Gilet und Uhrkette bei einer Tasse Kaffee; vor ihm ein Notizheft, in das er ab und zu schreibt. Am Nebentisch Mose mit Kippa, sportlich-leger gekleidet, bei einem Cola-Zitron. Nachdem er mehrmals zu Freud hingesehen hat, tritt er zu seinem Tisch... weiter




Orient-Experte Alois Musil (1868-1944), 1901. - © public domain

Orient

Der österreichische Lawrence18

  • Theologe, Abenteurer, Diplomat: Zum 150. Geburtstag von Alois Musil, der als Nahost-Reisender viel zum Verständnis der arabischen Welt beitrug.

1962 räumte der Film "Lawrence von Arabien" bei der Vergabe der Oscars ab, er konnte gleich sieben der begehrten Trophäen gewinnen. Peter O’Toole verkörperte darin den britischen Soldaten Thomas Edward Lawrence, der im Ersten Weltkrieg die Stämme Arabiens zum Aufstand gegen die osmanische Herrschaft aufgestachelt hatte... weiter




Ein raumgreifender Mann - mit Hang zum Gesamtkunstwerk: Mariano Fortuny (1871-1949). - © yourtoursinvenice

Kunstgeschichte

Homo Universalis1

  • Der spanische Designer, Maler und Kostümschöpfer Mariano Fortuny fand - gemeinsam mit seiner Geliebten Henriette Negrin - erst in der Serenissima zu seiner wahren Form und Begabung. Ein venezianisches Capriccio.

Das also auch noch. Doña Cecilia de Madrazo ist beunruhigt. Über ein Jahrtausend lang hatte der Campanile di San Marco den Zeiten getrotzt. El parón de casa (sic!, venez. Dialekt), wie ihn die Venezianer nennen, der Hausherr. Der Glockenturm der Markuskirche ist mit seinen knapp hundert Metern das höchste Gebäude der Stadt... weiter




Paloma Novaes vor einer Graffitiwand, die neben anderen Opfern auch ihren getöteten Sohn Benjamin zeigt. "Ich will aus diesem Albtraum erwachen", sagt die Mutter. - © Lichterbeck

Rio de Janeiro

Die verlorenen Kugeln von Rio4

  • In Rio de Janeiro herrscht Krieg zwischen Drogenbanden und Polizei. Die größte Gefahr geht dabei von Querschlägern aus, die oft Unschuldige treffen - darunter erschreckend viele Kinder.

Benjamin Novaes starb an einem Freitag gegen 19 Uhr an einer Zufahrt zu der Favela Nova Brasília. Seine Mutter, Paloma Novaes, war mit ihren beiden Kindern gerade aus dem Bus gestiegen, sie kam von der Arbeit als Putzfrau und wollte ihre Mutter besuchen. "Da krachte es", erinnert sie sich, "es ging so schnell... weiter




Koloniales Erbe in Limas Altstadt. - © Villachica

Peru

Vertraute Fremde6

  • Unsere Autorin reist mit ihrem Vater durch sein Heimatland Peru: Auf den Spuren ihrer Familie, der Entwicklung des Landes - und mit Fragen nach ihrer Identität im Gepäck. Die Geschichte einer Annäherung.

Ein Gräberfeld in Limas Stadtteil La Molina. Mein 78 Jahre alter Vater kniet vor einer kleinen Steinplatte mit dem Namen und den Lebensdaten seiner Mutter. Er füllt eine Vase mit Wasser, stellt einen frischen Blumenstrauß hinein - das war’s. Konventionelle Grabpflege, die unsere Hände beschäftigt hätte, ist unnötig... weiter




zurück zu Themen Channel


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Geheime Verständigung
  2. "Das Theater ist mir zu theatralisch"
  3. "Kontraste fördern die Erholung"
  4. Der doppelte Aufbruch
  5. Bollwerk gegen die Tristesse
Meistkommentiert
  1. "Das Theater ist mir zu theatralisch"

Werbung