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Update: 21.12.2018, 15:15 Uhr

Wiener Journal

Weihnachtsglanz




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  • Jahr für Jahr wird Wien mit einer prächtigen Weihnachtsbeleuchtung geschmückt. Sie gibt der Stadt ein besonderes Flair.

Wiener Rathausplatz 2018. - © Christoph Liebentritt

Wiener Rathausplatz 2018. © Christoph Liebentritt

Bürgermeister Michael Ludwig spricht ein großes Wort gelassen aus: In aller Bescheidenheit bezeichnet er Wien als die "Weihnachtshauptstadt Europas". So stolz ist man im Rathaus auf die offizielle Inszenierung des Weihnachtsfestes in der Stadt, insbesondere auch auf die Weihnachtsbeleuchtung, die in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut wurde.

Natürlich wäre es ein bisschen übetrieben, wenn man hinter all dem Lichterglanz die reine Frömmigkeit vermuten würde. Dass weihnachtliche Stimmung schlicht und ergreifend die Umsätze fördert, belegt eine Zahl, die man im Rathaus gerne nennt: Im Dezember verbucht Wien ungefähr 1,4 Millionen Nächtigungen, was über die vergangenen zehn Jahre gerechnet einer Steigerung von sechzig Prozent entspricht. Der Einzelhandel setzt Jahr für Jahr ungefähr 350 Millionen Euro um, wie in der Stadtverwaltung zu erfahren ist.

Weihnachten am Wiener Graben

Weihnachten am Wiener Graben© Christoph Liebentritt Weihnachten am Wiener Graben© Christoph Liebentritt

Für die technische Realisierung der Weihnachtsbeleuchtung zeichnet die Firma "Eqos Energie" verantwortlich, die vor fast hundert Jahren in Stuttgart gegründet, über eine Zusammenarbeit mit der österreichischen Alpine-Bau zu einem internationalen Konzern heranwuchs, der in fast ganz Europa tätig ist und sich um Infrastruktur für die Eisenbahn, um Funknetze und auch um große Energieprojekte, wie eben die Weihnachtsbeleuchtung der Stadt Wien, kümmert.

Ein großer Teil der Beleuchtung ist übrigens schon seit einer Weile auf moderne LED-Technik umgestellt, die um etwa achtzig Prozent weniger Energie verbrauchen als die guten alten Glühbirnen. Bei 2,2 Millionen Lichtpunkten, die im Rahmen der Weihnachtsbeleuchtung von 17. November bis 13. Jänner eingesetzt werden, fällt eine solche Einsparung selbstverständlich ins Gewicht. Für ihren Betrieb sind außerdem rund 190 Kilometer Kabel erforderlich. Die Luster, wie sie zum Beispiel am Graben zu sehen sind, wiegen jeder etwa 400 Kilogramm. Alles in allem gibt es die Weihnachtsbeleuchtungen an 33 ausgewählten Plätzen in Wien.

Zentrum des Geschehens ist der Platz vor dem Rathaus (Bild rechts), mit dem üppigen Christkindlmarkt, auf dem sich, über die ganze Zeit gerechnet, rund 3,5 Millionen Besucherinnen und Besucher zwischen 150 Marktständen drängen. Er hat die Modernisierung Wiens in der Gründerzeit überlebt. Im Jahr 1872 hatte man nämlich die traditionellen Jahrmärkte in Wien durch einen Beschluss des Gemeinderats abgeschafft, weil man der Meinung war, ein so altmodischer Unsinn hätte in einer modernen Stadt nichts mehr zu suchen. Ausgenommen von dem Beschluss war nur der Christkindlmarkt, der 1903 sogar zum ersten Mal elektrisch beleuchtet wurde.

Der Christkindlmarkt wurde übrigens im 20. Jahrhundert an verschiedenen Plätzen in der Stadt abgehalten, auf der Freyung, vor dem Stephansdom, am Neubaugürtel und vor dem Messepalast. Erst 1975 verlegte man ihn wieder vor das Rathaus, weil der Platz vor dem Messepalast wegen Bauarbeiten nicht zur Verfügung stand. Ein Provisorium, das sich wie viele Provisorien zu einer festen Einrichtung weiterentwickelte, dem "Wiener Adventzauber", einer Veranstaltung, die von Jahr zu Jahr größer wird.





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Wiener Journal, Weihnachten

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Dokument erstellt am 2018-12-21 14:32:22
Letzte Änderung am 2018-12-21 15:15:26



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