• vom 06.12.2018, 15:00 Uhr

Gemeine

Update: 06.12.2018, 15:19 Uhr

Heinrich Heine

Düsseldorfs geschmähter Spötter




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  • Heinrich Heine wurde weit über seinen Tod 1856 hinaus angefeindet.
  • Seinen Humor verlor er auch nach jahrelangem Siechtum nicht.



"Hätt’ er gelernt was Rechtes , müsst er nicht schreiben Bücher." So urteilte sein Onkel über Harry Heine (1797- 1856), der nicht zum Kaufmann taugte. Porträt: C. W. Quinell/Postkarte (Archiv).

"Hätt’ er gelernt was Rechtes , müsst er nicht schreiben Bücher." So urteilte sein Onkel über Harry Heine (1797- 1856), der nicht zum Kaufmann taugte. Porträt: C. W. Quinell/Postkarte (Archiv). "Hätt’ er gelernt was Rechtes , müsst er nicht schreiben Bücher." So urteilte sein Onkel über Harry Heine (1797- 1856), der nicht zum Kaufmann taugte. Porträt: C. W. Quinell/Postkarte (Archiv).

"Die deutschen Censoren ------------- ---------- ----------- ---------- Dummköpfe -------- -------- ------- ------ --------" Mit diesen Zeilen machte sich jener Mann über die Zensur lustig, auf dessen Spur sich die Gemeine anlässlich der Orchidee der Nro. 388 begab: Heinrich Heine. Gerhard Toifl, Wien 17, dazu: Der Dichter verstand es, "die Zensur, der alle Veröffentlichungen in Deutschland unterworfen waren, . . . satirisch zu unterlaufen."

Berühmt wurde er für den "romantischen, oft volksliedhaften Ton", den er etwa in seinem 1827 erschienenen "Buch der Lieder" anschlug, so Mag. Robert Lamberger, Wien 4: Heine "gilt als "letzter Dichter der Romantik"".

"Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, / Daß ich so traurig bin; / Ein Mährchen (sic!) aus alten Zeiten, / Das kommt mir nicht aus dem Sinn . . .", deklamiert Prof. Helmut Bouzek, Wien 13, die Anfangsverse des sogenannten "Loreley"-Gedichts.

Das Licht der Welt erblickte der Literat als "Harry Heine . . . in Düsseldorf", so Neotüftlerin Monika Rauch, Wien 17. Mit dem 13. Dezember 1797 gibt Herbert Beer, Wolfpassing, das wahrscheinliche Geburtsdatum an. Der genaue Zeitpunkt ist nicht mehr zu eruieren. Heine selbst nannte sich gerne den "ersten Mann des Jahrhunderts" und behauptete mitunter, in der Silvesternacht 1800 auf die Welt gekommen zu sein.

Der Sohn eines jüdischen Textilhändlers wurde, so Brigitte Schlesinger, Wien 12, nach Frankfurt geschickt, wo er im Bankhaus Rindskopf eine "kaufmännische Lehre" begann. Er hielt es kaum drei Wochen aus. Dann trat er in eine Spezerei ein, wobei er lediglich lernte, "wie man einen Wechsel ausstellt und wie Muskatnüsse aussehen". Schließlich sollte er bei Salomon Heine, dem Bruder seines Vaters, in Hamburg ins Bankgeschäft einsteigen. Auch das ging schief. Dr. Edwin Chlaupek, Wien 3: Finanziert durch den reichen Onkel studierte er "an diversen Universitäten und erlangte 1825 das Doktorat der Rechte." Maria Thiel, Breitenfurt: Da ihm als Juden u.a. der Zugang zur akademischen Lehre verwehrt war, "trat er zum Protestantismus über" und änderte seinen Vornamen in "Christian Johann Heinrich"; den "Taufzettel" verstand er als "Entre-billet zur europäischen Kultur".

"Ich weiß nicht, was soll es bedeuten , daß ich so traurig bin . . ." Heines Lied über die Sagengestalt Loreley (hier auf einer Postkarte) gehört zu seinen bekanntesten.

"Ich weiß nicht, was soll es bedeuten , daß ich so traurig bin . . ." Heines Lied über die Sagengestalt Loreley (hier auf einer Postkarte) gehört zu seinen bekanntesten. "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten , daß ich so traurig bin . . ." Heines Lied über die Sagengestalt Loreley (hier auf einer Postkarte) gehört zu seinen bekanntesten.



Chancenlos trotz Taufe

"Er bewarb sich als Advokat und Syndikus in Hamburg sowie als Professor in . . . München", so Mag. Luise & Ing. Konrad Gerstendorfer, Dt.-Wagram, stieß wegen seiner "liberalen Gesinnung" jedoch überall auf Ablehnung. Und: "1826 wurde der erste Band der "Reisebilder" publiziert." Bis 1831 folgten drei weitere. "Darin erzählt er u.a. von Reisen im Harz, nach Italien und Frankreich sowie nach England und in den Norden Deutschlands."




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-12-06 09:49:46
Letzte Änderung am 2018-12-06 15:19:00


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