• vom 07.12.2018, 15:30 Uhr

Gemeine


Der Zauberer von Oz

Wirbel um gefärbte Märchenwelt




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  • Seit 1900 eckt Frank Baum mit Oz-Saga auch an.
  • Farbkino machte Änderungen nötig.

Dorothy und Gefährten: Herzloser Blechmann, einfältige Vogelscheuche, feiger Löwe. (Bild: Plakat, 1939)

Dorothy und Gefährten: Herzloser Blechmann, einfältige Vogelscheuche, feiger Löwe. (Bild: Plakat, 1939)

Das kräftige Rot , in das Baum das Reich der Fee Glinda tauchte, wurde auch politisch gedeutet (Bild aus: L. F. Baum, "The Wonderful ...", 1900).

Das kräftige Rot , in das Baum das Reich der Fee Glinda tauchte, wurde auch politisch gedeutet (Bild aus: L. F. Baum, "The Wonderful ...", 1900).© Baum, L. Frank (Lyman Frank), 18 Das kräftige Rot , in das Baum das Reich der Fee Glinda tauchte, wurde auch politisch gedeutet (Bild aus: L. F. Baum, "The Wonderful ...", 1900).© Baum, L. Frank (Lyman Frank), 18

Einen ganz besonderen Nebenpfad beschritt Gerhard Toifl, Wien 17, bei seinen Recherchen zu einer Karte, die auf Seite IV der September-Zeitreisen präsentiert wurde. Der Weg führt vom Märchenland Oz nach Wien und - indirekt - Venedig. Dazu später mehr.

Besagter Plan zeigt das Zauberreich Oz und umliegende Gebiete. Die fiktiven Länder entstammen einem "Kinderbuch des US-amerikanischen Schriftstellers Lyman Frank Baum" (1856- 1919), wie Herbert Beer, Wolfpassing, anmerkt. "Die Erzählung erschien 1900 unter dem Originaltitel "The Wonderful Wizard of Oz" mit Illustrationen von William Wallace Denslow." Auf Deutsch kam sie erstmals 1940 im Schweizer Verlag Morgarten als "Der Zauberer von Oz" heraus.


Die Geschichte beginnt in Kansas. Ein Wirbelsturm befördert das Mädchen Dorothy Gale und ihren Hund Toto, wie Dr. Harald Jilke, Wien 2, notiert, mitsamt einem "Farmhaus in das Land der Munchkins". Bei der Landung wird die "Böse Hexe des Ostens" unter dem Gebäude begraben. Damit ist ihre Schreckensherrschaft über die vorwiegend blau gekleideten Zwerge beendet. Gemeinsam mit der Protagonistin begeben wir uns entlang der "Yellow Brick Road", also der gelben Ziegelstraße, zu den Winkies, deren Grundfarbe Gelb ist. Dieses "von der Bösen Hexe des Westens versklavte Volk" wird befreit.

Eine gute Hexe waltet über die Qadlings, "gebürtige Bürger aus dem südlichen Teil von Oz", wie Volkmar Mitterhuber, Baden, recherchierte. "In Quadling Country herrscht Glinda, . . . die in einem rot verzierten Schloss . . . wohnt." Das ist auch der Farbton dieses Landesteils von Oz. Das Reich wird übrigens vom gleichnamigen Herrscher regiert, der in der Erzählung jedoch meist nur ehrfürchtig erwähnt wird.

Mysteriöse Schuhe
Apropos Rot: Die eben erwähnten Farbzuordnungen entstammen dem Buch. Für das Kino wurden teilweise Änderungen vorgenommen. Dazu Dr. Manfred Kremser, Wien 18: In der Erzählung "bekommt Dorothy nach ihrer unsanften Landung die silbernen Schuhe der zermatschkerten (bösen) Hexe, aber im Film sind es knallrote pailettenbesetzte . . . Stöckelschuhe." Auf der Leinwand hätten sich "auf dem gelben Ziegelsteinweg" silberne Schuhe "zu wenig . . . abgehoben".

Gesandter i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10, fand Details zur Verfilmung mit Judy Garland (1922-1969): Gedreht 1939 im "noch sehr jungen Technicolor-Verfahren . . . Dorothys Heimatbundesstaat Kansas und ihr Zuhause sind in Sepia-getöntem Schwarz-Weiß gehalten, das Wunderland Oz dagegen leuchtend bunt."

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-12-06 09:55:42
Letzte Änderung am 2018-12-06 10:40:58


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