• vom 05.01.2019, 09:30 Uhr

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Flucht des Gurkenkönigs




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    Unternehmer Herbert Felix (1908-1973). 

    Unternehmer Herbert Felix (1908-1973). © Foto: ed. lex liszt 12 Unternehmer Herbert Felix (1908-1973). © Foto: ed. lex liszt 12

    BIOGRAPHIE: Eine 2006 auf Schwedisch unter dem Titel "Konservkungen" ("Konsvervenkönig") erschienene und nun ins Deutsche übersetzte Biographie widmet sich dem Schicksal des Mannes hinter der Marke Felix, bekannt u.a. für Essiggurkerl und Ketchup: Herbert Felix wurde 1908 in Znaim in eine altösterreichische jüdische Industriellenfamilie geboren. Das Unternehmen Löw & Felix verkaufte eingelegte Gurken in die ganze Monarchie. Als mit deren Zerfall und Gründung der Tschechoslowakei der Inlandsmarkt schrumpfte, setzte die Firma auf Export, u.a. nach Schweden.

    Dorthin emigrierte Herbert Felix kurz vor dem Einmarsch der Nazis in Znaim. Seine Eltern konnte er nicht dazu bewegen. Die Fabrik wurde "arisiert", Vater und Mutter flohen nach Prag.


    Herbert baute sich im südschwedischen Eslöv eine neue Existenz auf, wieder mit Konserven. Das alte Rezeptbuch der Familie hatte er nach Schweden schaffen können. Beruflich reüssierte er rasch. Doch mit der Rettung seiner Familie scheiterte er. Eltern und Bruder kamen in Auschwitz um.

    Nach Herberts Rückkehr aus dem Krieg - er hatte als Freiwilliger für die Alliierten gekämpft - stieg er in Schweden zum Großunternehmer auf. Die Firma AB Felix, wie sie ab 1954 hieß, eröffnete u.a. im burgenländischen Mattersburg eine Niederlassung (1961). Vermittelt hatte einer der wenigen Verwandten Herbert Felix’, die den Holocaust überlebt hatten: sein Cousin Bruno Kreisky.

    Per T. Ohlsson: "Zum Glück gibt’s Felix", hg. u. durch einige Beiträge ergänzt von Gertrude Andersson-Reisner, Walter Reiss u. Eduard Sieber, übersetzt von Martin Andersson. Mit einem Vorwort von Oliver Rathkolb. Oberwart, edition lex liszt 12, 2018 (191 S.).

    NB: Die 1. Aufl. ist vergriffen, der Verlag gab den Zeitreisen die Auskunft, dass eine 2. geplant ist.




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2019-01-02 17:59:11
    Letzte Änderung am 2019-01-02 18:16:58


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