• vom 04.01.2019, 12:00 Uhr

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Trauer um Gertrud und Josef Pflügler




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    Gertrud Pflügler.

    Gertrud Pflügler. Gertrud Pflügler.

    Wie die Zeitreisen erst kürzlich erfuhren, hat die Gemeine 2018 zwei langjährige Mitglieder verloren: Am 20. April verstarb Gertrud Pflügler unerwartet, am 1. Oktober dann, nach längerer Krankheit, ihr Ehemann Josef Pflügler.

    "Die Pflüglerin", wie sich die Frohnatur am Telefon lachend vorzustellen pflegte, war dem Tüftlerkreis u.a. als Liebhaberin alter Landkarten bekannt. Zuletzt zierte ein Plan der Bukowina in der k.u.k. Ära aus ihrer Sammlung die Rubrik KARTEN GELESEN. Mit ihrem Interesse für historische Themen bereicherte die gelernte Buchhalterin über viele Jahre das Geschichtsfeuilleton. So spendete sie farbenprächtige Ansichtskarten von Neulengbach, wo die 1942 in Wien Geborene aufgewachsen war.


    Auf zahlreichen Reisen fand sie Freunde aus der ganzen Welt. Die Partezettel, die ihre Enkelin Denise Buchinger verschickte, gingen u.a. in die USA, nach Russland oder Australien.

    Josef Pflügler auf "Adler".

    Josef Pflügler auf "Adler".© Foto: privat Josef Pflügler auf "Adler".© Foto: privat

    Gertrud Pflüglers große Leidenschaft galt dem hohen Norden. Ans Nordkap war sie oft gereist (sogar mit Krücken nach Knie-OP!), zuletzt im Frühling 2018. Neben der Musik (sie spielte Ziehharmonika) und ihrem Garten pflegte sie früher ein Hobby, das sie mit ihrem Mann Josef teilte: Die beiden hatten eine beachtliche Sammlung alter Motorräder, mit denen sie zu Oldtimer-Treffen fuhren.

    Josef Pflügler, Jg. 1939, zeigte sich in seiner (schon länger zurückliegenden) Zeit als aktiver Nussknacker vielfältig interessiert; mit Verve widmete er sich allem, was mit Motoren zu tun hat. In lebhafter Erinnerung ist die Schilderung des ehemaligen Bus-Chauffeurs der Wiener Linien, wie er sein Herz an eine Adler 280 verlor und wie er diesen Motorradklassiker schließlich in seinen Besitz brachte.

    Die Zeitreisen haben mit Gertrud und Josef Pflügler zwei liebenswürdige sowie engagierte Gemeine-Mitglieder verloren und sprechen den Angehörigen ihr tiefempfundenes Beileid aus.

    Depeschen
    In Nro. 390 stand, dass Heinrich Heine Jahre vor seinem Tod krank "ans Bett gefesselt" war. Manfred Schweizer, Obmann des Verbandes der Querschnittgelähmten Österreichs, empfindet diese Phrase als "überholt" und regt an, auf sie zu verzichten. Den Zeitreisen lag es fern, mit dieser in seinerzeitigen Publikationen vielfach gebrauchten Formulierung jemanden zu beleidigen! Heine selbst empfand seine Lagerstätte als "Matratzengruft".

    Zu Hütteldorf-Tipps (Nro. 389) ergänzt Peter Thomas Suschny, Wien 14, ein Zuckerl aus Hacking: Die "wunderschöne" Villa Schmeidler, Schloßberggasse 14, erbaut von Otto Wagner junior (1864-1945), wirkt "wie ein kleines Kind der Ernst-Fuchs-Villa" von Otto Wagner senior.




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2019-01-02 18:02:12
    Letzte Änderung am 2019-01-02 18:17:35



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