• vom 03.01.2019, 18:30 Uhr

Gemeine


Kraut und Rüben

Lavendel, altes Eisen und Ochsen




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    Ochsen als Zugtiere (hier: Schweiz). Bild: E. Burnand/Archiv

    Ochsen als Zugtiere (hier: Schweiz). Bild: E. Burnand/Archiv Ochsen als Zugtiere (hier: Schweiz). Bild: E. Burnand/Archiv

    Exquisiter Genuss" - so lobte Dr. Gottfried Mazal, Bisamberg, die November-Zeitreisen und besonders die Erwähnung der Lavendelweiber in der Zusammenstellung "Von Krawallminnerl bis Radi-buam". "Kaum bekannt" sei, so Dr. Mazal, dass das Lied der Blumenverkäuferinnen aus Bisamberg stamme. Dort wurden die Gesänge bis vor Kurzem noch zum Besten gegeben, etwa beim "Gasslfest". Doch Dr. Mazal sorgt sich um die Tradition; "die singenden Lavendelweiber sind . . . älter geworden, manche haben wir schon auf den Friedhof begleitet . . . Aber der Lavendel wächst noch immer . . . prächtig! Auch in meinem . . . Garten." Und so hofft Dr. Mazal, dass "wieder junge "Lavendelweiblein" nachwachsen!"

    *****


    Auf der erwähnten Zeitreisen-Seite mit Wiener Typen vermisste Peter Thomas Suschny, Wien 14, ein bestimmtes Exemplar: In den 1970ern und 1980ern weckte ihn zuweilen an "schulfreien Donnerstagen" der "in einer Wurst" durch die Straßen schallende Ruf "Alteisentogalteisen" - also "Alteisen-Tag". Ob der Alteisensammler, der mit seinem Handwagen durch Mauer, Speising und Lainz zog, "heute noch lebt". . . ?

    *****

    In den Zeitreisen Nro. 389 wurden Szenen geschildert, die nicht nur Tierschützern weh taten (und tun): In Hütteldorf misshandelten 1895 zwei Kutscher ihre Pferde. MManfred Korinek, Wien 14, gab die Geschichte "Warum Tiere keine Maschinen sind" Anlass, in den Wilden Westen der USA zu blicken und an die "bullwhacker" zu erinnern. So nannte man Fuhrleute, die schwere Fracht per Ochsengespann transportierten. Nicht selten prügelten sie ihre Tiere, "bis zu zehn Zweierteams", unter derben Flüchen mit der Peitsche (whack = schlagen).

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    "Mit Wehmut habe ich den Artikel über den St. Marxer Friedhof gelesen", so Rudolf Freiler, Kirchschlag, zur Collage in Nro. 389, die Fotos aus Dr. Hans Werner Sokops Buch "St. Marxer Spaziergang" zeigte. Der Gottesacker, erinnert sich Tüftler Freiler, "war über viele Jahre mein zweites Wohnzimmer. Im Laufe der Jahre habe ich hunderte Fotos gemacht".

    In den November-Zeitreisen wurde u.a. ein "Kanalräumer" erwähnt, der dort die letzte Ruhestätte fand. Dazu ergänzt Spurensucher Freiler augenzwinkernd: Auf dem Grabstein stand natürlich ""bürgl. (= bürgerlicher) Kanalräumer". So viel Zeit muss sein!" Und: "Mein liebster Grabstein ist aber der von Josef Summer, gewesener Germverschleißer".

    Ein für die Historie der "Wiener Zeitung" ganz besonderes Grab in St. Marx erwähnt Wolfgang Maier, Wien 13 (willkommen im Kreis der Zeitreisenden!): Jacob Hofbauer, gest. 1870, war einst Metteur en pages unseres Blattes, also ein Setzer, der für die Einteilung der Seiten zuständig war. Dr. Sokop dichtete zu diesem etwas abseits liegenden Grab: "Nicht in die Zeile gedrängt, / von blühendem Flieder umfächelt, / spricht uns der Leichenstein an: / Zwanglos ist besser gesetzt."

    Ausgeklaubt & einsortiert von Andrea Reisner




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2019-01-02 18:02:15
    Letzte Änderung am 2019-01-02 18:25:45



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