• vom 03.01.2013, 17:00 Uhr

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Der Wiener Barometermacher




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Lektürekabinett
Etwas mehr als ein Jahr nach seiner Eröffnung übersiedelte das Comptoir in das Baron Brandauische Haus am Kohlmarkt, Numero 1178, wo Bianchi bald auch ein Lektürekabinett eröffnen sollte, in das sich lesewillige Personen gegen Bezahlung von 12 Gulden jährlich einschreiben und dort einige - wenige - Bücher sowie Zeitungen und Zeitschriften konsultieren konnten.

Am 27. Feb. 1771 in unserem Blatt: Bianchis Verzeichniß (Ausschnitt).

Am 27. Feb. 1771 in unserem Blatt: Bianchis Verzeichniß (Ausschnitt).© Bild: Archiv Faksimile: St. Koch Am 27. Feb. 1771 in unserem Blatt: Bianchis Verzeichniß (Ausschnitt).© Bild: Archiv Faksimile: St. Koch

Im Jahr 1774 dürfte sich Bianchi aus der Realzeitung und dem Comptoir zurückgezogen haben, da er in finanzielle Nöte geraten war: Sein vom Hofkriegsrat mit nicht weniger als 6000 Gulden vorfinanziertes Projekt, in Niederösterreich und dann in Ungarn Salpeter zu gewinnen, hatte desaströs geendet, und er entzog sich seinen Problemen, indem er um 1777 nach Paris übersiedelte.

Seine Gattin Anna Maria Johanna, geborene Mayerin und seine vier minderjährigen Kinder Ester, Friedrich (dieser wurde später ein im 19. Jahrhundert berühmter habsburgischer Militär), Theresia und Johanna hinterließ er fast mittellos in Wien; seine Frau beklagte sich in ihrem Testament bitterlich über ihre kümmerlichen Verhältnisse und starb bereits 1779.

Bianchi sollte in Paris abermals heiraten, hielt dort auch wieder öffentliche Vorlesungen zu Physik und Elektrizität und eröffnete ein Cabinet de Physique, in dem er unter anderem Handwerker ausbildete, die von ihm konzipierte Instrumente verfertigten.

Er starb 1785.

Dr. Anton Tantner ist Privatdozent für Neuere Geschichte an der Universität Wien und im Wintersemester 2012/13 Research Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK). Homepage: http://tantner.net

Am 30. Jänner 2013 hält er um 18:30 s. t. am Institut für Geschichte der Universität Wien (Hörsaal 45, Universitätsring 1, Stiege VIII, 2. Stock) einen Vortrag zum Thema der "Adressbüros in Wien, 1760-1830", der sich vor allem mit Jakob Bianchi beschäftigen wird.

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Dokument erstellt am 2013-01-03 11:53:08
Letzte Änderung am 2013-01-03 15:22:25



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