• vom 04.04.2013, 15:23 Uhr

Gemeine


Staufer

Universitätsstadt in voller Blüte




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  • Herausgelesen - Zur Frage 1 der Nro. 320 - In nuce
  • Modern geführtes Neapel anno 1231.
  • Als Zweijähriger wurde Friedrich II. deutscher König.

Gleich zu "beiden Sizilien" tüftelte die Gemeine bei der Beantwortung der Frage 1 der Nuss Nro 320. Vorerst jedoch zum Protagonisten: DI Wolfgang Klein, Wien 21, wie auch die Neotüftlerinnen Claudia Oberhammer, Wien 1, und Dr. Helga Künzl, Wien 6, (beide willkommen in der Gemeine!) nennen die gesuchte Person: Staufenkaiser Friedrich II. stiftete 1224 die Universität von Neapel.

Der Staufenkaiser Friedrich II. (1194-1250) mit seinem Lieblingsvogel, dem Falken.

Der Staufenkaiser Friedrich II. (1194-1250) mit seinem Lieblingsvogel, dem Falken.© Bild: Archiv. Repro: Karo Fleck Der Staufenkaiser Friedrich II. (1194-1250) mit seinem Lieblingsvogel, dem Falken.© Bild: Archiv. Repro: Karo Fleck

Ein genaueres Datum ist nur gerüchteweise bekannt. Dazu Brigitte Schlesinger, Wien 12: "Die Mitteilung über die Gründung, deren Abfassung Petrus de Vinea ... zugeschrieben wird, enthält keine Zeitangabe." Aus dieser Schrift zitiert Dr. Manfred Kremser, Wien 18: "Wir verfügen aber, dass in der lieblichen Stadt Neapel die Wissenschaften jeder Art gelehrt werden", damit niemand gezwungen ist, "auf der Suche nach Wissen auswärtige Völker aufzusuchen."


Dr. Karl Beck, Purkersdorf, führt aus: "Um die höhere Bildung in Italien gegenüber ... anderen ... Hochschulen zu dezentralisieren, setzte sich Friedrich II., gegen den Willen der damaligen Päpste, sehr für eine aufgeklärte naturwissenschaftliche Lehre ein."

Gert Rudolf, Wien 17: Der Herrscher schuf damit "die erste staatliche Universität auf dem Kontinent."

Ing. Helmut Penz, Hohenau/March, merkt an: "Thomas von Aquin (um 1225-1274, Anm.) war einer der bekanntesten Studenten und späteren Dozenten."

Robert Porod, MBA, Frauenhofen b. Horn: Die Bildungsstätte "ist seit 1987 nach Friedrich II. benannt." Dr. Wilhelm R. Baier, Graz-Andritz: Er ist bis heute "auf dem Siegel der Universität abgebildet."

Ein Königreich für zwei
Der in der Fragestellung erwähnte Ausdruck "Königreich beider Sizilien" fiel Prof. Helmut Bouzek, Wien 13, auf: "Während das eine (Regno di Sicilia ulteriore) im Wesentlichen mit der Insel Sizilien ident war (Hauptstadt: Palermo), umfasste das andere (Regno di Sicilia citeriore) das unteritalienische Festland mit der Hauptstadt Neapel".

Herbert Beer, Wolfpassing: Deshalb wurde "dieses "Festland-Sizilien" zur besseren Unterscheidung auch als Königreich Neapel bezeichnet." Erst 1816, nach dem Wiener Kongress, wurden die Länder vereint. Beide Gebiete trugen zuvor offiziell die Bezeichnung "Königreich Sizilien".

Italien im Visier
Mag. Robert Lamberger, Wien 4: Das Königreich beider Sizilien "fiel 1194 an den Staufer Heinrich VI." (1165-1197). Mag. Foad Mahfoozpour, Wien 11, (willkommen im Tüftlerkreis!): Danach wurde es "in Form eines zentralistischen Staates bis 1268 von Staufern regiert."

Castel Nuovo (ital. Neue Burg) der Anjou in Neapel.

Castel Nuovo (ital. Neue Burg) der Anjou in Neapel.© Bild: Archiv. Repro: Karo Fleck Castel Nuovo (ital. Neue Burg) der Anjou in Neapel.© Bild: Archiv. Repro: Karo Fleck

HR Dr. Walther Schubert, Wien 13, der sich mit viel Hintergrundwissen mit der Thematik auseinandersetzte, weist auf die Grundsatzfrage hin: "Wie kommt ein Kaiser aus dem deutschen Geschlecht der Hohenstaufen zu Fürstenwürden im Süden der Apenninhalbinsel und Sizilien?"

MedR DDr. Othmar Hartl, Linz, klärt auf: "Im Lauf des 11. Jh.s eroberten die Normannen Unteritalien und Sizilien." Klaus-Peter Josef, Tulln: Neapel war weitgehend autonom, bis es "1139 von Roger II. (ab 1130 König von Sizilien, Anm.) unterworfen wurde."

Mathilde Lewandowski, Payerbach, setzt fort: "Durch weitere Eroberungen konnte Roger II. seinen Herrschaftsbereich über ganz Unteritalien ... ausdehnen."

Hildegard Rabel, Wien 1, zum geschickten staufischen Schachzug: "Heinrich VI., ältester Sohn Barbarossas, heiratete am 27. Jänner 1186 zu Mailand die Tochter (Konstanze, Anm.) des Königs Roger II." Mag. Luise & Ing. Konrad Gerstendorfer, Deutsch-Wagram: "Im Heiratsvertrag ... wurde das Erbrecht Konstanzes auf Sizilien betont."

Akzeptiert wurde Heinrich als Herrscher nur bedingt. Rudolf Freiler, Lembach/Kirchschlag: "Der normannische Adel hatte Tankred von Lecce zum König gewählt, einen natürlichen Sohn des letzten Königs. Heinrich musste daher das Land in langjährigen Kriegszügen erobern."

Maria Thiel, Breitenfurt: "Nach einigen Rückschlägen konnte er dies im Jahr 1194 erreichen." Widerstände brach er mit grausamer Strenge. "Das staufische Imperium erstreckte sich damit von Nord- und Ostsee bis nach Sizilien."

Erwin Kladiva, Wien 14: "Als 1197 Heinrich VI. überraschend mit 32 Jahren starb, übernahm seine Gemahlin Konstanze die Herrschaft ... für ihren Sohn" Friedrich II.

Tüftler Dieter Bittrich, Wien 2: "Dieser wurde 1196 (als Zweijähriger!) zum deutschen König (Rex Romanorum) gewählt."

Franz Kaiser, Wien 11: Nach dem Tod seines Vaters galt er vorerst nicht als Herrscher. "1212 wurde er auf Betreiben des Papstes, Innozenz III., dann doch noch deutscher König, zunächst als Gegenkönig zu Otto IV." Erst 1219 galt Friedrich unangefochten als deutscher König und wurde "1220 zum Kaiser gekrönt."

Gerhard Toifl, Wien 17: "Trotz seiner Titel als Rex Romanorum und als römisch-deutscher Kaiser hielt sich Friedrich die meiste Zeit seines Lebens in Apulien und Sizilien auf" und ließ sich "in Deutschland durch seine Söhne vertreten."

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Dokument erstellt am 2013-04-04 11:59:06
Letzte Änderung am 2013-04-04 15:19:51


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