• vom 30.06.2016, 14:00 Uhr

Gemeine


Zur ältesten Nordansicht Wiens

Der Tod des letzten Babenbergers




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Von Ursula Drahoss

  • Friedrich II. starb 1246 an der Leitha.
  • Ein (geschöntes) Bild aus dem 15. Jahrhundert verlegt die Schlacht an die Donau.

Eine der bekanntesten Darstellungen des Babenberger-Stammbaums (entstanden 1489ff im Stift Klosterneuburg) zeigt das Ende Herzog Friedrichs II. 1246. Im Hintergrund ist Wien mit dem 1433 vollendeten Südturm St. Stephans zu sehen.

Eine der bekanntesten Darstellungen des Babenberger-Stammbaums (entstanden 1489ff im Stift Klosterneuburg) zeigt das Ende Herzog Friedrichs II. 1246. Im Hintergrund ist Wien mit dem 1433 vollendeten Südturm St. Stephans zu sehen.© Bild: Stiftsmuseum Klosterneuburg Eine der bekanntesten Darstellungen des Babenberger-Stammbaums (entstanden 1489ff im Stift Klosterneuburg) zeigt das Ende Herzog Friedrichs II. 1246. Im Hintergrund ist Wien mit dem 1433 vollendeten Südturm St. Stephans zu sehen.© Bild: Stiftsmuseum Klosterneuburg

Er ist knapp 3,5 Meter hoch und insgesamt über 8 Meter breit: Der berühmte Babenberger-Stammbaum, der noch heute im Museum des Stiftes Klosterneuburg in Niederösterreich ausgestellt ist.

Inhaltliche Grundlage des dreiteiligen monumentalen Bildwerks, entstanden 1489 bis 1492, ist eine Genealogie des Historiographen Ladislaus Sunthaym. Den Auftrag, über das Leben und Wirken der Babenberger zu recherchieren, hatte er 1485 von Jakob Paperl, Propst des Stiftes Klosterneuburg, erhalten. Anlass war die Heiligsprechung des Stiftsgründers, des Babenberger Markgrafen Leopold III. (um 1075-1136; regierte ab 1095), im selben Jahr.


Sunthayms Werk wurde 1491 in Basel gedruckt und gilt als eine der ersten Landesgeschichten Österreichs.

Umranktes Ende
Das Gerüst des Stammbaums, geformt aus Ästen und Blättern, erstreckt sich über die gesamte Mitteltafel. Es bildet 27 Bild-Medaillons, die jeweils einem männlichen Vertreter der Babenberger gewidmet sind.

Uns interessiert nun das Rundbild von Herzog Friedrich II. (geb. ca. 1210; reg. 1230-1246), dem letzten Babenberger im Mannesstamm. Es stellt einen Zusammenhang her, der auf den ersten Blick merkwürdig erscheint - nämlich zwischen Friedrich II. und der Stadt Wien.

Diese dient als Kulisse für den im Vordergrund dargestellten Tod des Herzogs bei einer kriegerischen Auseinandersetzung mit den Ungarn unter Béla IV. im Jahr 1246. Obwohl diese Schlacht bekanntlich am kleinen Grenzfluss Leitha stattfand, ist im oberen Teil des Bild-Medaillons die Stadt Wien zu erkennen. Der Blick richtet sich von Norden auf das ansteigende Gelände des Roten-Turm-Ufers. In der Tafelbildmalerei gilt die Darstellung auf dem Stammbaum als erste Nordansicht der Stadt.

Der Namensvetter und zeitweise Kontrahent des Babenbergers: Kaiser Friedrich II. in idealisierter Darstellung.

Der Namensvetter und zeitweise Kontrahent des Babenbergers: Kaiser Friedrich II. in idealisierter Darstellung.© Bild: Archiv. Repro/farbl. Bearbeitung: I. Friedenberger Der Namensvetter und zeitweise Kontrahent des Babenbergers: Kaiser Friedrich II. in idealisierter Darstellung.© Bild: Archiv. Repro/farbl. Bearbeitung: I. Friedenberger

Blick auf St. Stephan
Im Zentrum sieht man St. Stephan sowie die Kirche Maria am Gestade (ganz rechts, abgeschnitten, Anm.) und den Turm von St. Ruprecht (links daneben, hell mit rotem Dach, Anm.). Trotzdem der Abstand zwischen den Kirchen, gemessen an realen Verhältnissen, zu gering ist, kann die Darstellung durchaus als topographisch richtig angesehen werden.

Das markanteste Erkennungszeichen der Stadt ist die Stephanskirche mit dem 1433 vollendeten Südturm. Auf dessen Spitze weht die Fahne Wiens und die Ziegeleindeckung des Langhausdaches ist durch ein rot-grünes Zackenmuster auf weißem Grund hervorgehoben.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-06-29 15:26:14
Letzte Änderung am 2016-06-29 15:56:55


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