• vom 03.03.2018, 07:30 Uhr

Gemeine


Kosmische Körper

Feuerbälle in der Schatzkammer




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  • Franz I. Stephan begründete das Naturalienkabinett.
  • Der "Grundstein" fiel 1751 bei Agram vom Himmel.
  • Die Meteoritensammlung im Naturhistorischen Museum Wien.

Von Beratern umgeben: Franz I. Stephan (sitzend) in der Hofburg. Hinter ihm sein Vertrauter und Arzt van Swieten. Wissenschaftliche Expertise brachten J. Ritter von Baillou (links hinten), V. Jameray-Duval (mit Münztablett) und J. F. Marcy (rechts).

Von Beratern umgeben: Franz I. Stephan (sitzend) in der Hofburg. Hinter ihm sein Vertrauter und Arzt van Swieten. Wissenschaftliche Expertise brachten J. Ritter von Baillou (links hinten), V. Jameray-Duval (mit Münztablett) und J. F. Marcy (rechts).© Bild: Archiv. Alle Repro: Moritz Szalapek Von Beratern umgeben: Franz I. Stephan (sitzend) in der Hofburg. Hinter ihm sein Vertrauter und Arzt van Swieten. Wissenschaftliche Expertise brachten J. Ritter von Baillou (links hinten), V. Jameray-Duval (mit Münztablett) und J. F. Marcy (rechts).© Bild: Archiv. Alle Repro: Moritz Szalapek

Vor über 250 Jahren landete etwas Außerirdisches in den Habsburgerlanden. Die Gemeine beschäftigte sich anlässlich der in den Jänner-Zeitreisen abgebildeten Karte zu Himmelsphänomenen mit dem galaktischen Fund.

Dr. Harald Jilke, Wien 3, blickt zurück: "Meteorite wurden in Wien schon gesammelt, als sie noch als irdische Bildungen galten." In der Wissenschaft herrschte die Meinung, dass es sich dabei gewiss um Materie vom Erdball handeln müsse. Man ging etwa davon aus, dass Gase von der Erdoberfläche, die sich in der Atmosphäre verdichten, sich auch entzünden könnten und wieder herabfielen.


"Am 26. Mai 1751", gibt Dr. Michael Strudl, Wien 17, an, sauste ein Meteorit "in Hraschina bei Agram (Zagreb)" herab. Dieser war der Grundstein für "die Meteoritensammlung im Naturhistorischen Museum Wien".

Unter den damals auch "Feuerball" genannten Lichterscheinungen versteht man kosmische Körper, die beim Eintritt in die Atmosphäre ganz oder teilweise verglühen. Gesandter i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10, merkt zu dem gefragten Begriff Aerolit an: Sie "werden auf Deutsch als Luftsteine bezeichnet. Es handelt sich im Unterschied zu den Eisenmeteoriten um Steinmeteorite bzw. Meteorsteine."

Der Zeitpunkt für den Start einer Kollektion war günstig, wie erwähnter Geschichtsfreund Dr. Jilke erklärt: Das Himmelsspektakel geschah "nur wenige Jahre nach dem Ankauf der Baillou’schen Naturaliensammlung durch Kaiser Franz I." (Franz Stephan von Lothringen, Oberhaupt des Hl. Römischen Reiches 1745-1765). Der gebürtige Franzose Johann Ritter von Baillou (1684/86-1758) war erster Direktor des Hof-Naturalien-Cabinets, das auf seiner Privatsammlung aufbaute und in der Hofburg untergebracht war.

Ing. Alfred Kaiser, Purkersdorf, zum Ereignis in Hraschina: "Eine Untersuchungskommission befragte zahlreiche Augenzeugen und fertigte ein detailliertes Protokoll an. Die Berichte über das Himmelsereignis sind sehr eindeutig: "Hier wurde ein kleines Wölkchen gesehen, das einiges Gekrach hervorbrachte und sich sodann auflöste. Zwei Kugeln sind in die Erde gefallen, welche der Ortspfarrer ausgraben ließ. Eine der Kugeln wurde ... nach Wien gebracht, die andere wurde in mehrere Stücke zerteilt und sogar Nägel damit gemacht.""

Das beeindruckende Spektakel ist auch in weiteren Aufzeichnungen festgehalten: Eine "feurige Kugel" fiel "mit solchen getümell und Braussen in form einer feurig Zusamben gewickelten Ketten vom Himmel ...; als wann die gröste Mänge deren Wägen durch die Luft gewälzet wurde."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-28 13:23:48
Letzte Änderung am 2018-02-28 14:58:09


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