• vom 02.06.2018, 14:00 Uhr

Gemeine


Anton Ritter von Schmerling

Politik von musterhafter Reinheit




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  • Anton Ritter von Schmerling war ein Enkelkind des ABGB-Schöpfers.
  • Wie sein Vorfahre setzte auch er sich für Grundrechte ein.
  • Zu Frage 2 der Nro. 382.

Der Reichsraths-Platz in Wien wurde 1893 nach Schmerling benannt. Kartenausschnitt aus 1875. Repros: Moritz Szalapek/Philipp Aufner

Der Reichsraths-Platz in Wien wurde 1893 nach Schmerling benannt. Kartenausschnitt aus 1875. Repros: Moritz Szalapek/Philipp Aufner

Das Februarpatent (oben eingeschnitten), das erste vorparlamentarische Regelungen für Österreich enthielt, entwarf Anton Schmerling. 

Das Februarpatent (oben eingeschnitten), das erste vorparlamentarische Regelungen für Österreich enthielt, entwarf Anton Schmerling. Porträt (Ausschnitt): ©Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll; kl Bild: Archiv Das Februarpatent (oben eingeschnitten), das erste vorparlamentarische Regelungen für Österreich enthielt, entwarf Anton Schmerling. Porträt (Ausschnitt): ©Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll; kl Bild: Archiv

Ein Fleckerl Grün im heutigen 1. Wiener Bezirk war Ausgangspunkt für Frage 2 der Nro. 382. IIng. Alfred Kaiser, Purkersdorf, recherchierte zu diesem Teil des früheren "Exerzier- und Paradeplatzes": Er wurde "1870 zur Verbauung freigegeben und 1873 Reichsraths-Platz benannt."

Zwei Jahrzehnte später widmete man, so Manfred Bermann, Wien 13, die Grünfläche zwischen Parlament und Justizpalast "unmittelbar nach seinem Tode 1893" Anton Ritter von Schmerling (geb. 1805).


Zur Familie des bekannten Juristen notiert Dr. Karl Beck, Purkersdorf: "Sein Vater war ... Appellationsrat". Er wirkte bei den seit der zweiten Hälfte des 18. Jh.s bestehenden Gerichten zweiter Instanz, die kontrollierende Funktion hatten.

Auch Schmerlings Mutter, so Tüftler Dr. Beck weiter, war die Welt des Rechts vertraut. Sie war die Tochter des Juristen Franz von Zeiller, dem das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) zu verdanken ist. Nach seinem Studium in Wien wurde ihr Sohn Anton 1829 Auskultant, also Anwärter auf das Richteramt.

Dr. Manfred Kremser, Wien 18, erwähnt "seine Frau Pauline Freiin von Koudelka (geb. 1806)": Nachdem "sie mit 34 Jahren jung verstorben war", lebte Schmerling mit seinen beiden Töchtern als Witwer und stürzte sich in seine Arbeit. Mit Erfolg: 1842 erreichte er den Rang eines Rates am niederösterreichischen "Landrecht", dann eines Appellationsrates in Wien.

Provisorium Staat
Schmerling war "entschiedener Gegner des Metternichschen Systems", wie Alice Krotky, Wien 20, festhält. Mag. Susanne El Mahdi, Wien 9, betont, dass er "maßgeblich an den revolutionären Geschehnissen in Wien im Jahr 1848 beteiligt" war. Dazu Dr. Alfred Komaz, Wien 19: Er gehörte "der Deputation an, welche am 13. März 1848 in der Hofburg die Forderungen der bürgerlichen Revolutionsbewegung unterbreitete." Hauptanliegen war die "Einführung einer konstitutionellen Verfassung".

Mathilde Lewandowski, Payerbach, fährt fort: "Durch seine Teilnahme an der Märzbewegung 1848 wurde er Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung."

Dort brütete man an einer Verfassung für den Deutschen Bund (seit dem Wiener Kongress 1815 bestehender Staatenverband, dem auch Österreich angehörte). Erste Aufgabe: Die Einberufung einer Staatsspitze. Ab Ende Juni 1848 war der habsburgische Erzherzog Johann als Reichsverweser dafür zuständig. Er bestimmte Schmerling zum "Reichsminister in der provisorischen Zentralgewalt der ersten gesamtdeutschen Regierung", so DI Wolfgang Klein, Wien 21.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-30 12:40:09
Letzte Änderung am 2018-05-30 17:12:37


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