• vom 01.06.2018, 16:00 Uhr

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Update: 01.06.2018, 16:41 Uhr

Konferenz an der ÖAW 24./25. April

Das "Diarium" als reiche Quelle




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  • Was Historiker und Hydrologen in alten Ausgaben unserer Zeitung suchen.

Wie Nachrichten etwa aus "Londen" (im Hintergrund mit blauer Kuppel: St. Paul’s Cathedral) ans "Diarium" (Ausschnitte 1740) flossen, beschäftigt Forschende.  - © Bilder: Sammelkarte, 1860/Faksimiles aus dem WZ-Archiv

Wie Nachrichten etwa aus "Londen" (im Hintergrund mit blauer Kuppel: St. Paul’s Cathedral) ans "Diarium" (Ausschnitte 1740) flossen, beschäftigt Forschende.  © Bilder: Sammelkarte, 1860/Faksimiles aus dem WZ-Archiv

Der Ort der Tagung hätte passender nicht sein können: Der Sitz der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) am heutigen Dr.-Ignaz-Seipel-Platz liegt direkt gegenüber jenen Räumlichkeiten, in denen einst die Redaktion der "Wiener Zeitung" residierte. In unmittelbarer Nähe, im alten Regensburgerhof am Lugeck, befand sich zudem das erste Druckereilokal des "Wien(n)erischen Diariums", wie unsere Zeitung vor 1780 hieß. Kurz: Der genius loci war der "Diarium"-Konferenz, die am 24. und 25. April im Theatersaal der ÖAW stattfand, freundlich gesonnen.

Unter dem Motto "Vom Diarium zum Digitarium" versammelten sich zahlreiche Forscherinnen und Forscher - Claudia Resch, eine der Organisatorinnen, begrüßte sie als "Liebhaber des Diarii", wie die Abonnenten unseres Blattes einst genannt wurden. Sie tauschten sich über ihre Arbeit mit den historischen Beständen der "Wiener Zeitung" aus.

Gastgeber waren die ÖAW-Einrichtungen Austrian Centre for Digital Humanities, das sich dem Einsatz digitaler Methoden in den Geisteswissenschaften verschrieben hat, und das Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen (IKM).

Eine Flut an Fragen

Wie die Zeitreisen bereits 2016 und 2017 berichteten, läuft derzeit ein Projekt, das die Volltexterschließung mehrerer hundert "Diarium"-Ausgaben, verteilt über das 18. Jahrhundert, vorbereitet. Ziel ist es, nicht nur verlässliche Abschriften zur Verfügung zu stellen, sondern die Ausgaben durch Annotationen auch nach verschiedensten Kriterien durchsuchbar zu machen. Wissenschafterinnen und Wissenschafter könnten das "Diarium" so noch besser für ihre Forschungsfragen nutzen.

Wie vielfältig das akademische Interesse ist, zeigten die zahlreichen instruktiven Vorträge, von denen hier nur einige Beispiele genannt werden können. (Das ganze Programm kann hier nachgelesen werden.) So erklärte etwa der Hydrologe Severin Hohensinner von der Wiener Universität für Bodenkultur, dass das "Diarium" als Quelle in der Hochwasserforschung von großer Bedeutung ist.

Die Kunsthistorikerin und Mitorganisatorin der Tagung Anna Mader-Kratky (IKM) konsultiert das "Diarium" vor allem deshalb, weil es immer wieder über den Baufortschritt der Hofburg berichtete. Aus ihrem Referat ging eindrücklich hervor, dass auch eine gut funktionierende digitale Volltextsuche oft nicht ausreicht; tippt man z.B. den Begriff "Burg" ein, liefert der Computer automatisch auch Berichte über andere Burgen. Eine Beschlagwortung würde hier helfen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-30 12:43:07
Letzte Änderung am 2018-06-01 16:41:08


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