• vom 08.07.2018, 12:00 Uhr

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Baustellenführung mit Ing. Malecki




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    Baute den Justizpalast wieder auf: Ferdinand Malecki (1875-1943). 

    Baute den Justizpalast wieder auf: Ferdinand Malecki (1875-1943). © Foto: privat/Dr. G. Pixner Baute den Justizpalast wieder auf: Ferdinand Malecki (1875-1943). © Foto: privat/Dr. G. Pixner

    Eine Postkarte flatterte dem Geschichtsfeuilleton jüngst ins Haus, die zwar nur einige Zeilen von Dr. Brigitte Pixner, Wien 13, enthielt, doch diese hatten es in sich. Den Bericht über den Wiener Justizpalast in der vorigen Ausgabe fand die Zeitreisende "sehr interessant", war sie doch selbst in diesem Gebäude "einige Zeit . . . Rechtspraktikantin". Aber es gibt auch eine familiäre Verbindung zum Haus am Schmerlingplatz. "Der Wiederaufbau" nach dem Brand am 15. Juli 1927 erfolgte nämlich "unter der Leitung des Architekten Hofrat Ferdinand Malecki", Großvater von Dr. Gottfried Pixner, Gatte der Tüftlerin.

    Dieser griff nun für die Zeitreisen ins Familienarchiv und übermittelte Informationen über seinen Großvater mütterlicherseits, dessen Leistungen beim Wiederaufbau des Justizpalastes in Vergessenheit geraten sind. Während der für die Außenarchitektur zuständige Heinrich Ried in Chroniken aufscheint, vermisst man darin F. Malecki, obwohl er, so Dr. Pixner, die Innenarchitektur "in weiten Teilen in einer elegant abgeschlankten" Form neu entwarf. Höchste Zeit, ihn wieder in Erinnerung zu rufen!


    Die Herrschaften, die Hofrat Ing. Malecki am 6. Mai 1931 durch den Justizpalast führte, darunter Handels- und Verkehrsminister Heinl sowie Justizminister Schürff, waren sehr zufrieden. "Die Räume der oberen Stockwerke nähern sich bereits der Vollendung", so die "WZ" damals, in "den nächsten Tagen werden die letzten Reste des Gerüstes (an der Außenseite, Anm.) fallen". Der ausgebrannte Justizpalast war damit innerhalb weniger Jahre fast bezugsfertig - eine Meisterleistung, für die Malecki das Ritterkreuz I. Klasse des Österreichischen Verdienstordens erhielt.

    Ferdinand Malecki wurde am 3. Juni 1875 im österreichisch-schlesischen Bielitz (heute Polen) geboren. Nach einem Studium an der Wiener Technischen Hochschule trat er 1902 in den Dienst der Staats- und Bundesgebäudeverwaltung. Als Techniker arbeitete er an vielen staatlichen Bauten mit. Aus der 1905 geschlossenen Ehe mit Anna, geb. Eisner, gingen drei Kinder hervor, darunter Maler und Bühnenbildner Felix Malecki.

    Depeschen
    Grüße aus St. Petersburg schickt Dr. Alfred Komaz, Wien 19; danke! - An Mag. Susanne El Mahdi, Wien 9: Ihr Brief (schöne Schrift!) ließ Freude aufkommen! - "Nach 2 Mal Achtelfinale mit Elferschießen" schickte Michael Chalupnik, Sieghartskirchen, noch Tüfteleien zur Aeronautik-Nuss; Respekt! - Notizen zu Dom Emanuel etc. von Gesandtem i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10, sind reserviert!

    Eine Broschüre von DI Dr. Luzian Paula, Wien 3, über Windpassing/NÖ ließ Prof. Ferry Kovarik, Wien 16, mittelalterliche Parallelen zu seinem "Hieb" erkennen: "Windpassing dürfte . . . wie . . . Ottakring von den Baiern nachbesiedelt worden sein. Auch bei uns scheinen die Namen Liebhart und Chunrat auf."




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-07-05 10:49:47
    Letzte Änderung am 2018-07-05 12:14:41


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